Neuer Rumpf und genug Punkte für die IDJüM oder
Es hätte auch ganz anders kommen können
Am Samstag den 30. Mai war ich schon ziemlich gestresst, da ich bereits um 5:15 Uhr (nein, das ist kein Schreibfehler, es war wirklich so früh!) mein Bett in einer Hamburger Pension verlassen musste.
Denn zum einen war aufgrund der Gezeiten die Steuermanns für den König & Cie. Opti Pokal sowieso schon um 7:30 angesetzt, zum anderen sollte ab 6:00 mein neuer Rumpf am Mühlenberger Loch eintreffen.
Nach einem Unfall auf unserem Wasser in Kaarst am Mittwoch vor der Regatta, bei dem meinem Opti nicht mehr einfach mit einem Pflaster geholfen werden konnte, musste ein neuer Rumpf her. Der Vorstand bot auch seine Hilfe hierbei an. Da es gerade Hochsaison für Regattaoptis war und alle angefragten Händler keine verfügbaren Boote oder ihre als Charterboote nach Sonderborg geschickt hatten, schien das Wochenende fatal zu werden, denn es blieben nur noch 3 Regatten zum Punktesammeln. Um sich für die Deutsche Meisterschaft zu qualifizieren, benötigt man 80 Punkte, mir fehlten dummerweise noch 9,2 - aber das kann leider eine ganze Menge sein.
Nach einem kurzen, aber sehr verzweifelten Hilferuf an meinen Trainer aus Berlin, schaffte der es mit viel Hartnäckigkeit einen eigentlich schon zum Transport verladenen (leider nicht für mich, wäre sonst ganz einfach gewesen) Ziegelmeier Opti für mich zu besorgen.
Eine Opti-Mama aus Hamburg war so nett, diesen beim Händler am Freitag Mittag abzuholen. Mein Trainer beruhigte mich und sagte, er kommt etwas früher und wir machen das Schiff regattaklar, wenn der Rumpf ganz früh da ist.
Nun war es früh und wir (also meine Mutter und ich) warteten aus die Ankunft von Optirumpf und Trainer. Beides traf auch, wie angekündigt, gegen 6:00 ein. Aber das Warten war furchtbar.
Der Rumpf war chick, glänzte schön ( ich weiss, dass er das tun musste - war ja neu, aber trotzdem schön!) und hatte gar keinen Kratzer. Harald legte 2 Rollen Gewebeband auf den Süll und meinte, ich solle mal was tun, damit das Boot auch möglichst lange schön bleibt. Nach 2 Minuten hatte er genug von meinem Klebesalat und klebte mein Boot lieber selbst.
Wir schafften es, das Boot bis ganz kurz nach 7:00 klar zu machen und es muß ziemlich komisch gewirkt haben, da zwischenzeitlich nicht nur Harald und ich, sondern auch Mama, mein Optitransporteur und deren Tochter mit Anbringen vom Flaggenalphabet, Aufpusten der Auftriebskörper, Einknoten der Gummileinen für Pütz, Paddel...beschäftigt waren.
Kurz vor dem Rausfahren hatte ich noch ernsthafte Bedenken, ob das mit einem neuen Rumpf genauso geht und überhaupt wollte ich keinen einzigen Kratzer an meinem Boot haben. Harald sagte mir nur, dass er mir auch, wenn ich will ein rosa Schleifchen an mein Boot machen kann, wenn ich mich weiter so albern habe und bot an, den ersten Kratzen gleich selber in meinen Rumpf zu ritzen, wenn ich nicht die Zeit zum Einsegeln nutze - damit war das Problem mit der übertriebenen Vorsicht auch erledigt ( und für den Vorstand: Harald würde meinem Boot nicht wirklich etwas tun, also bitte weghören).
Der erste Start war um 9:00 Uhr. Beim ersten Start wurde beim 4 Minuten Signal die Flagge P gesetzt. Es gab weder Einzel- noch allgemeinen Rückruf. Leider waren es bei 3 Windstärken zwar segelbare Bedingungen, aber kein Traumwind für mein Bötchen. In diesem erste Lauf wurde ich 12. - es wurde mein Streicher.
Beim zweiten Lauf wurde wieder mit Flagge P gestartet. Der Wind hatte inzwischen auf gut 4 Windstärken aufgefrischt. Diesmal wurde ich als 4. gewertet. Da gegen Mittag das Wasser weniger wurde und man seinen Opti auf der Regattabahn fast abstellen konnte, war bereits ab 13:00 frei für Regattasegler.
Am folgenden Tag war der Start sogar noch eine Stunde früher - also gegen 8:00 Uhr.
Wie zuvor wurde wieder ohne irgendeine Art von Rückruf mit Flagge P gestartet, sofern man das so nennen sollte, denn die vorhandenen 2 Windstärken waren zum Segeln nicht wirklich viel.
Nach dem Start zum 4. und letzten Lauf war ich 2. segelte mich auf der Startkreuz allerdings nach hinten - und war an der Luvtonne 7. Auf der 2. Kreuz segelte ich auf den 5. vor, auf dem folgenden Vorwindgang kam ich noch auf Platz 4 und dank des Stroms, bei dem ich besser fahren konnte als die meisten anderen, wurde ich sogar noch dritter. Allerdings wäre es für die Gesamtwertung nicht weiter tragisch gewesen, wenn ich im letzten Lauf nur 4. geworden wäre, denn der Vorsprung auf den Folgenden war groß genug.
So endete der König & Cie. Opti Pokal für mich mit Platz 4, damit hatte ich auch die noch fehlenden Punkte für die IDJüM zusammen.
Das neue Boot fuhr klasse und ohne die schnelle Hilfe des Vorstandes bei der Beschaffung eines Ersatzrumpfes, wäre es sicher schwer geworden, genügend Punkte noch einzufahren. Vielen Dank also.
Fynn Uhlig
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