|
...der 29er in pink?

Am letzten Wochenende der BOOT in Düsseldorf haben wir die Bootsklasse der 29er in der Halle 17 vertreten. Das klang am Anfang ganz cool und einfach mit viel Zeit zum Lesen, iPod-Spielen…war aber ganz anders. Es fing damit an, dass am Stand zwar ein 29er ausgestellt war, aber leider waren die Segel nicht wir gewohnt orange, sondern pink. Über Geschmack kann man streiten, aber es war der 29erXX - also das Damenboot. Die Unterschiede waren nicht sehr groß, aber jeder, der fragte ob man das Boot auch selber segeln würde, bekam ein "ja, nicht direkt, das ist das Damen Boot. Wir segeln das Jugendboot hierzu…" zur Einleitung. Das war aber gar nicht so schlecht, denn da wir uns das Frauenboot nicht zuschreiben lassen wollten, mussten wir zwangsläufig mit den Leuten das Gespräch suchen.
Am Freitag war ich noch allein am Stand und hatte vormittags jede Menge Zeit mir zu überlegen, wer wohl alles sich das Boot anschauen wird. Als die ersten Worte in englischer Sprache mein Ohr erreichten, war es zum Flüchten zu spät. Eigentlich hätte ich alles am Stand gehabt, um so eine Unterhaltung ganz gut zu überstehen, denn ein Teil des Materials, dass den Besuchern das Boot schmackhaft machen sollte, war in Englisch geschrieben - nur noch nicht von mir gelesen…
Mein praktisches Wörterbuch (meine Mutter) war auch nicht greifbar. Nach zwei bis drei fehlgeschlagenen Versuchen ging es dann aber ganz gut, zumal auch nicht alle Holländer und Russen ein besseres Englisch sprachen als ich. Aber notfalls hilft auch Zeigen - mein Erklärungsmuster war ja immer bei mir.
Der Samstag war deutlich besser. Da waren wir dann zu zweit und es war, wenn die Halle gerade mal leerer war oder nebenan ein Vortrag auf der Bühne des Segelcenters gehalten wurde, der die Besucher band, nicht langweilig. Die Beine und die Füße merkte man aber schon. Glücklicher Weise kam auch Nico, ein 29er Segler vom Loheider See mit dazu, der im vergangenen Jahr schon viele Regatten in Deutschland, Holland und Österreich gesegelt war und damit über Regattaerfahrung mit diesem Boot verfügt - ich konnte nur von meinen Erfahrungen bei meinen Opti-Regatten berichten und das Regattasegeln allgemein beschreiben, aber notfalls konnte man auf Nico verweisen.
Unsere Poster gingen ganz gut weg, wenngleich ein 49er abgebildet waren, aber von den Prospekten hatten wir noch ziemlich viele. Also beschlossen wir, etwas früher die Besucher anzusprechen und nicht erst auf Fragen zu warten - so was hilft richtig gut, so einen Messetag zu überstehen.
Ganz alleine waren wir aber nicht. Meine Eltern waren meist auch in der Halle und auch mit am Stand (damit war mein Vater als 29er Coach auch ein guter Ansprechpartner) und Holger Jess, der die Klasse fördert und den Wechsel unserer 29er im Verein vom Kieler Yachtclub vermittelt hat, war schräg gegenüber bei seinem 505er und hatte immer für uns Zeit, wenn wir Fragen hatten oder Hilfe brauchten.
Es gab sehr viel Interesse für das Boot und wir haben Kontaktdaten von einer Polnischen Trainingsgruppe, einem russischen 49er-Segler, der dieses Boot auch kenn und in seinem Land fördert. Ein Belgier wollte auch unsere Daten haben, um Trainings und Regatten untereinander abstimmen zu können.
Viele Interessenten waren eigentlich so alt wie meine Eltern und schauten ohne ihre Kinder vorbei. Sie wollten sich das Boot erklären lassen, von dem ihre Kinder immer redeten und wollten wissen, ob das Boot geeignet ist für so Kleine (das, was die als "Kleine" bezeichneten war zwar oft kürzer als ich, aber selten jünger - das geht also problemlos!). Da in nicht allzu vielen Vereinen diese Boote in NRW vorhanden sind, werden wir mit unserem Boot öfter mal Ausflüge in der Saison machen, um anderen den Einstig zu erleichter. Wenn man eine halbwegs erfahrene Crew aufsplittet und mit Einsteigern mixt, ist es einfacher ein Gefühl für das Segeln im Boot zu bekommen - man liegt einfach weniger im Teich!
Der 29erXX hat gute Chancen, als 2-Hand-Jolle für Damen olympisch zu werden anstelle des 470ers. Der 49er als Gleitjolle ist es ja bereits und wird es auch bleiben. Beides sind die Folgebootsklassen für meinen 29er, der damit mehr und mehr Zulauf bekommen wird.
Nächstes Jahr werde ich für die BOOT besser gerüstet sein, denn dann werde ich massig über Regatten im 29er berichten können - auch in Englisch :
Fynn Uhlig (noch GER 12532, bald nur noch GER 954, wenn ich nicht mehr Opti segele)
|