Neues System für Bootsführerscheine

Reform vereinbart: Ausbildung nach Baukastenprinzip

Die Struktur des Führerscheinwesens wird neu gestaltet. Das Verkehrsministerium hat sich mit den beteiligten Verbänden und Organisationen – zusätzlich zur Umstellung der Prüfungen auf das Ankreuzverfahren und einer Verringerung des Fragenkonvoluts – auf ein modulares System zur Ausbildung geeignet.

Das neue Modell umfasst ein Basismodul mit etwa 80 Fragen und gilt für die Führerscheine Binnen und See. Darauf aufbauend werden im Anschluss je ein Modul für See und Binnen/mit Motor mit etwa 220 Fragen abgeprüft – oder ein Modul für Binnen ohne Motor à 50 Fragen. Für diese entfallen zudem die motorspezifischen Fragen im Basismodul.

Uwe Jahnke, Vizepräsident des Deutschen Segler-Verbandes begrüßt die Neuregelung: Sie gewährleiste „die Ausgewogenheit von leichterem Zugang zu den Pflichtführerscheinen und notwendiger Qualitätssicherung der Ausbildung“.

Ebenso positiv äußert sich Robert Marx, Präsident des Bundesverbands Wassersportwirtschaft. Er erkenntein „positives Signal für die Branche. Die Fragenkataloge wurden von unnötigemBallast befreit und Bewerber, die beide Führerscheine ablegen wollen, brauchen Fragen nicht mehr doppelt zu beantworten.“

Wie sich die Vereinfachung praktisch darstellt, ist noch ungewiß. Der Verband Deutscher Sportbootschulen merkt dazu an, dass nach derzeitiger Planung „90 Prozent richtige Antworten“ erforderlich und eine „mündliche Nachprüfung“ nicht vorgesehen seien. Der Schwierigkeitsgrad hängt also letztlich von der konkreten Ausgestaltung ab. Das neue System wird frühestens 2012 in Kraft treten.

Quelle: Yacht, Ausgabe 3/2011

     
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