Wer den Maßeinheiten den Namen gab
Bei Amazon bestellen
Wer waren eigentlich die Menschen, die den Maßeinheiten ihre Namen gaben? Welche Ideen haben sie angetrieben, welche Leistungen ausgezeichnet, welche Lebensumstände beeinflußt, geprägt, gezeichnet?

Einige Maßeinheiten, die mit dem Wassersport in Zusammenhang stehen, seien hier aufgeführt. Entnommen wurden sie aus dem Buch Maßmenschen von Ernst Schwenk, welches natürlich auch Größen wie Ampere, Becquerel, Joule, Newton, Pascal, Volt, Watt und andere beschreibt.

Das unsichtbare Problem
Auch im täglichen Wetterbericht ist abzulesen, dass sich im Maßwesen ein Umbruch vollzogen hat. Noch vor wenigen Jahrzehnten lautete eine Vorhersage ungefähr so: "Luftdruck 760 Torr oder 1013 Millibar, Tendenz steigend...". Heute wird der Luftdruck nicht mehr in Torr, auch nicht in Millibar gemessen, sondern in Hectopascal (hPa).

Der Namensgeber für die Einheit Torr war der italienische Philosoph Evangelista Torricelli (1608 - 1647), Hofmathematiker bei Großherzog Ferdinand II. von Toskana. Als Nachfolger des großen Physikers Galileo Galilei beschäftigte er sich mit einem schwierigen, weil völlig unsichtbaren Problem: Gibt es auf der Welt ein Nichts, ein Vakuum?

Um das herauszubekommen füllte Evangelista Torricelli eine Glasröhre mit Quecksilber und stellte sie umgekehrt in eine Schüssel mit Quecksilber. Beim Umkehren floss zwar ein Teil des Quecksilbers aus, aber es blieb auch eine Quecksilbersäule in der Röhre.

Zufällig machte Torricelli die Beobachtung, dass sich der Stand der Quecksilbersäule von Tag zu Tag minimal veränderte. Torricelli hatte damit nicht nur den ersten Luftdruckmesser (Barometer) erfunden, sondern das Tor zur Neuzeit aufgestoßen. Die "Entdeckung" des Luftdrucks ermöglichte 125 Jahre später die Erfindung der Dampfmaschine und damit den Beginn der industriellen Revolution.
1 Torr = 1/760 atm = 133,322 Pascal (Pa)

Sir Beaufort und die Stürme
Der britische Admiral Sir Francis Beaufort (1774 - 1857) war mit den damals üblichen Windfahnen nicht zufrieden. Sie zeigten zwar die Windrichtung an, nicht aber die Windstärke. Bei den stets wechselden Windverhältnissen war es fast unmöglich, die Stärke der Luftbewegungen mit Hilfe von physikalischen Geräten einigermaßen zuverlässig zu messen. Admiral Beaufort schlug 1806 eine zwölfstufige Windstärkeskala vor. Sie orientiert sich nicht an der Luftgeschwindigkeit, sondern an den Auswirkungen der Winde, Stürme und Orkane.

1846 erfand ein anderer Engländer, Armstrong Robinson, das "Rotations-Anemometer". Mit diesem Gerät, bestehend aus vier über Kreuz angeordneten Halbkugeln, werden heute die mittleren Windgeschwindigkeiten direkt in m/s gemessen.

Wind-stärke Merkmal Auswirkungen km/h
0 Stille Rauch steigt senkrecht empor 0 - 1
1 leiser Zug Rauchfahne zeigt die Windrichtung 1 - 5
2 leichte Brise Blätter säuseln 6 - 12
3 schwache Brise dünne Zweige bewegen sich 13 - 20
4 mäßige Brise Wind wirbelt Staub auf 21 - 28
5 frische Brise kleine Laubbäume schwanken 29 - 38
6 starker Wind starke Äste in Bewegung 39 - 50
7 steifer Wind ganze Bäume in Bewegung 51 - 61
8 stürmischer Wind Wind bricht Zweige ab 62 - 75
9 Sturm Dachziegel werden abgeworfen 76 - 88
10 schwerer Sturm Bäume werden entwurzelt 89 - 102
11 orkanartiker Sturm verbreitete Sturmschäden 103 - 119
12 Orkan schwerste Verwüstungen 120 - 200


Alte Maßeinheiten
Faden:
altes Längenmaß, in der Seefahrt für Tiefenmessungen verwendet.
1 Faden = 6 Fuß = 1/1000 Seemeile = 1,85 m
Glas:
Zeitmaß an Bord von Schiffen (abgeleitet von der Sanduhr, die halbe Stunden anzeigte)
1 Glas = 1/2 Stunde, 8 Glasen = 1 Wache = 4 Stunden
Knoten:
in der Seefahrt noch übliche Maßeinheit der Geschwindigkeit. Abgeleitet von der durch Knoten geteilten Logleine, die von einer Rolle ablief und dabei die Geschwindigkeit eines Schiffes anzeigte.
1 Knoten (kn) = 1 Seemeile/h = 1,852 km/h
Meile:
aus dem Altertum überliefertes Wegemaß, regional unterschiedlich
1 altrömische Meile = 1.000 Doppelschritte = 1.479 m
1 Landmeile = 10.000 Einzelschritte = 7,5 km (Preußen, Österreich)
1 Seemeile (nautische Meile) = 1.852 m
Registertonne:
(RT) Raummaß in der Schifffahrt
1 RT = 100 cubic feet = 2,8317 m³
Seemeile:
(sm) oder nautische Meile, in der Seefahrt übliches Längenmaß
1 sm = 1 Bogenminute (Äquator) = 1852 m
Strich:
1. Längenmaß bis 1884: 1 Strich = 1 mm (Deutschland), 1/10 Strich = 0,3 mm (Schweiz)
2. Winkeleinheit der Windrose: 1 Strich = 1/32 des Kompaßkreises
3. militärische Winkeleinheit, 1 Viertelkreis = 45° = 1600 Strich
 Klick mich
Update: