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Wie funktioniert eigentlich so ein Verein?
Zunächst bedarf es lt. Bürgerlichem Gesetzbuch mindestens 7 Personen, um einen Verein zu gründen. Dabei müssen Positionen wie diverse Vorstandsmitglieder bestimmt werden, aber auch eine Satzung festgelegt werden. Dann kann's losgehen mit dem Vereinsleben.
Im Falle des KSC bedeutet dies nicht nur auf dem See segeln gehen, sondern vor allem Organisation eines inzwischen sehr komplexen Interessenverbandes.
Da gilt es
- Sitzungen und Versammlungen vorzubereiten und abzuhalten
- eine Jahresplanung zu erstellen
- Zuständigkeiten festzulegen für
- Seegelände
- Boote
- Clubhaus
- Veranstaltungen
- Flaschenpost
- Internet
- Ausbildung
- Törns
- Jubiläen
- Mitgliederbelange
- Jugendarbeit
- Medienarbeit uvm.
- und sie auch alle zu kontrollieren.
Bei einer Mitgliederzahl von ca 350 entspricht dieser Aufwand bald dem eines kleinen Wirtschaftsbetriebes, mit dem Unterschied, dass alle Beteiligten ihren Aufwand ehrenamtlich betreiben, d.h. kein Geld dafür bekommen. Man mag sich ruhig mal mit Sorgfalt vor Augen führen, welcher Zeitaufwand wohl nötig ist, allein um eine Jahreshauptversammlung vorzubereiten mit Mitgliederadressen auf Aktualität zu kontrollieren, Tagesordnung festlegen mit Tages-ordnungspunkten wie z.B. "Jahresbericht des Vorstands" oder "Kassenbericht" u.s.w., u.s.w., Einladungen schreiben und versenden. Und natürlich selbst bei der Versammlung anwesend sein, wobei das eigentliche Abhalten bekannterweise auch immer länger dauert als geplant.
Nun mag es an der unergründlichen Psyche der menschlichen Spezies liegen, aber genau dieser Einsatz wird oft weniger geschätzt, als die Leistung eines fürstlich entlohnten Konzernmanagers. Naja, der eine oder andere mag die Auffassung haben, was nix kost', is nix - oder so.
Schade.
Aber richtig weh tun solche Auffassungen, wenn es darum geht, Gemeinsames zu erhalten. Dies können gemeinsame Interessen, gemeinsam angeschaffte Wertgegenstände, gemeinsame Aktivitäten, gemeinsame Freunde, gemeinsame Arbeit sein.
War das immer so? Läuft dies in kleineren, überschaubareren Gemeinschaften genauso? Wohl eher nicht. Und warum? Vielleicht weil man sich eher darüber ausspricht, welche Interessen jeder hat? Vielleicht weil man sich dann auch den Aufgaben weniger leicht entziehen kann. Also liegt's an einer gewissen Anonymität, wie man sie auch in Großstädten vorfindet, in denen viele den Mangel an persönlichen Kontakten beklagen?
Vielleicht.
Aber "anonym" heißt doch nur "namenlos". Und das sind wir doch wirklich nicht. Wir kennen uns nur vielleicht nicht alle. Und das können wir doch ändern! Einfach mal auf jemanden zugehen und fragen. Und sich selber vorstellen. Dann wird aus dem namenlosen Gesicht eine Person. Und aus einem gesichtslosen Namen wird ein uns bekannter Mensch.
Nein danke! Das wäre ja wie ein Kennenlernspielchen beim Elternabend des Kindergartens.
Schrecklich.
Also lassen wir lieber alles, wie es war: Die Macher machen, und die Meckerer meckern, die Schmarotzer schmarotzen und die Mitläufer laufen einfach mit.
Naja, und die Besserwisser wissen alles besser. Das ist schließlich in allen Vereinen so: eben Vereinsmeierei!
Aber schön wär's doch zu wissen, was andere im KSC hält, was uns unterscheidet und was wir gemeinsam haben.
Barbara Rheinbold
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