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Am Donnerstag, dem 26. Februar 2004, machten Peter Donnison und ich uns mit dem Auto auf den Weg nach Pula in Kroatien. Der Grund: ein sehr attraktives Angebot für eine Bavaria 35H. Peter war zwar in seiner Studienzeit mit einem alten VW-Bus in Kroatien, aber dies war im Sommer und ich war noch nie dort. So wussten wir beide nicht, was wir uns da vorgenommen hatten. Für uns stand nur eins fest: Wir hatten uns mit dem Makler für Freitag 10.00 Uhr verabredet. Wir wollten Donnerstagabend in Pula eintreffen, damit wir Freitag ausgeschlafen das Schiff "unter die Lupe" nehmen konnten.
Vorbereitet hatten wir die Reise mit einem Tourenplaner, der uns die wich-tigsten Wegpunkte angab und eine Reisezeit von 13 Stunden kalkulierte.
Also war ich (fast) pünktlich um 7.15 Uhr bei Peter in Meerbusch. Schnell war die Tasche verstaut und es ging Richtung Süden. Vorher noch einen Blick auf den Kilometerzähler, der 51325 km zeigte. Köln und Frankfurt hatten wir schnell hinter uns gelassen. So langsam wurde die Landschaft neben der Autobahn weiß. Würzburg und München hatten wir auch schnell passiert. Kurz nach 13.00 Uhr kamen die ersten Autobahn-Raststätten mit den Hinweisschildern, eine Vignette für Österreich zu kaufen. Also machten wir Rast, kauften eine Vignette und aßen unsere Brote.
Nachdem auch der Tank wieder aufgefüllt war, ging es weiter. Ohne dass wir es merkten, waren wir in Österreich angekommen. Vor Salzburg fuhren wir Richtung Villach, Italien und Slowakei waren auch schon ausgeschildert. Wir kamen aus dem Tauern-tunnel: Schneefall. Und dieser hörte einfach nicht auf. So haben wir in frischem Schnee die Grenze zur Slowakei überschritten. In der Slowakei mussten wir an einigen Mautstationen Autobahn- bzw. Tunnelnutzungsgebühren bezahlen. Das war in Euro immer problemlos.
Nach 9 Stunden Fahrzeit fuhren wir in Postonje von der Autobahn ab auf die Landstrasse in Richtung Rijeka/Kroatien. Der Schneefall wurde immer stärker und langsam setzte die Dunkelheit ein. Als wir uns der Küste von Istrien näherten, hörte der Schneefall auf und es regnete in Strömen. So hielt sich das Wetter bis Pula. Mit Hilfe der Beschreibung des Maklers hatten wir schnell die Marina gefunden. 13 Stunden bis hier und alles gut gelaufen. Wir waren müde und hungrig. Um Pula hatten wir viele Hinweisschilder für Hotels gesehen. Also von der Marina wieder los und ein Hotel suchen. 5 Minuten von der Marina entfernt fanden wir ein Hotel, einfach und sauber. Es regnete immer noch in Strömen. Die Bewohner hatten schon die Gullideckel entfernt, damit das Wasser abfließen konnte. Das richtige Wetter um Boote zu besichtigen.
Nach einem üppigen Frühstück (Espresso und zwei Berliner) waren wir pünktlich an der Marina. Gigantisches Bild: ca. 25 Stege mit jeweils 50 bis 60 Booten. Am Steg 13, unserem Treffpunkt, war eifriges Treiben. Die Arbeiter der Charterfirma arbeiteten auf allen Booten, um sie für die Saison fertig zu machen. Der Makler, aus Trittau bei Hamburg, begrüßte uns und wir gingen zum Boot. Im Gegensatz zu meiner ersten Besichtigung in Glückstadt entsprach das Boot der Beschreibung.
Peter hatte vorher eine detaillierte Liste mit vielen Punkten ausgearbeitet, die wir an Bord überprüften. Zum Glück regnete es jetzt nicht mehr und wir begannen an Deck. Bevor wir unter Deck weitermachen wollten, mussten wir die Segel prüfen, weil die Arbeiter des Vercharterers alle Segel zum Segelmacher zur Prüfung brachten, damit die Boote zur Saison wieder einwandfrei sind. Bewaffnet mit Schraubenzieher und Taschenlampe arbeitete sich Peter vom Bug zum Heck vor.
Nach 5 Stunden hatte ich eiskalte Füße, es waren ca. 4 Grad, und ich wollte mich gern mal aufwärmen. Wir sollten aber erst kranen und dann einen Kaffee trinken, sonst sind die Arbeiter am Kran weg. Der Makler, Herr Wessler, wollte sich drum kümmern. "Die Arbeiter vom Kran sind nach Hause, weil es angefangen hat zu regnen", kam er sauer zurück. Wir hatten extra den Freitag ausgemacht, damit wir das Schiff auch kranen und von unten begutachten konnten. War wohl irgendwie Pech.
Nach vielen Telefonaten und ergebnislosen Bestechungsversuchen waren auf einmal wieder 6 Arbeiter am Kran. Also Maschine an und los. Schnell war das Boot aus dem Wasser. Auch das Unterwasserschiff war in Ordnung. So kam das Schiff wieder zum Liegeplatz zurück.
Wir hatten jetzt 6 Stunden das Schiff vom Bug zum Heck und von oben nach unten untersucht. Rainer, der auf einer Beerdigung war, hatte sich auch zwischenzeitlich nach dem Stand der Dinge erkundigt und auch Klaus Leuker hielt ich auf dem Laufenden.
Die Kaufverhandlungen führten wir in einer Gaststätte, in der Peter und ich schon am Abend vorher gegessen hatten. Nach einigen Verhandlungen wurden wir uns mit dem Makler einig und haben das Schiff gekauft. Zum Feiern hatten wir keine Zeit, weil wir ja wieder Richtung Heimat wollten. Ich habe Herrn Wessler aber zu unserer Schiffstaufe eingeladen, damit er hier den Sekt ausgeben kann.
So ging es dann um 19.00 Uhr wieder los. Wir wollten bis 24.00 Uhr fahren, damit es am Samstag nicht so lange wird. Also, erst wieder durch Kroatien, dann Slowenien und bis Österreich. Kaum waren wir von der Küste weg schneite es wieder. Wir fuhren über ca. 15 cm Neuschnee auf der Autobahn. Bei uns zu Hause würde das Chaos ausbrechen, aber hier ging es mit 60 km/h über die Autobahn. Beim Verlassen von Slowenien wurden wir und auch die anderen Autofahrer von den Zöllnern aufgefordert, rechts ran zufahren und unsere Nummernschilder und die Scheinwerfer zu säubern. Kurz danach waren wir in Österreich und entschlossen uns, in Villach ein Hotel zu suchen.
Am nächsten Morgen hatten wir 10 cm Neuschnee. Die Autobahnen waren aber gut zu befahren. Weil in Bayern die Schneeferien zu Ende waren, gab es viel Stau. Also erst mal Stau vor Salzburg, dann Stau vor dem Chiemsee und als der Verkehrsfunk noch 45 km zähfließenden Verkehr vor München meldete, sind wir die nächste Ausfahrt raus. Es ging dann vom Chiemsee bis Erding über die Landstrasse und von Erding in Richtung Nürnberg wieder über die Autobahn. Petra, Peters Frau, hatte zwischenzeitlich angerufen und uns noch von der Sperrung der A3 in Köln informiert.
Der Verkehrsfunk meldete mittlerweile Stau von Nürnberg nach Würzburg und weiter nach Frankfurt.So sind wir dann kurzentschlossen über Bamberg, Schweinfurt und Kassel nach Hause gekommen. Das lief dort einfach toll. Nach insgesamt 2680 km, um 20.00 Uhr, waren wir erschöpft und müde zu Hause. Bei der Verabschiedung hieß es: "Gute Nacht! Bis morgen früh am See!" Denn auf unseren Kalendern stand das Ausbildertreffen am See um 11.00 Uhr.
Detlef Hänel
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