Seychellentörn 2008
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16. Mai bis 1. Juni
Vorbereitung
Ein Jahr vor dem Törn
"Segeln im Paradies" - Ulli Westermann plant ein Törn-Highlight der ganz besonderen Art, einen Segeltörn in einem tropischen Revier. Ziel: die Seychellen im Indischen Ozean. Diese Inselgruppe liegt jenseits des Äquators, auf vier Grad Süd nordöstlich von Madagaskar. Mit seiner Email vom Mai 2007 elektrisiert Ulli so manches Seglerherz bis in die tiefsten Fasern. Viele melden sich an und wir füllen am Ende sechs Katamarane mit je acht Seglern. Auf den Seychellen gibt es keine Malaria und keine wilden oder giftigen Tiere, weder zu Lande (Insel) noch zu Wasser. Das Klima ist tropisch, Luft und See haben ca 29°C, Luftfeuchte 90 %. Prophylaxe gegen Stechmücken (Moskitonetze und Dschungelöl) und Sonnenbrand (Sonnenmilch mit hohem Schutzfaktor bzw. Sunblocker) dringend empfohlen. Alle sind ganz gespannt.

Freitag, 16. und Samstag, 17. Mai - Anreise
Über den Äquator
Die Anreise ist ein Marathon. Viele von uns haben freitags einen ganz normalen Arbeitstag. Gegen 19:00 Uhr treffen wir uns auf dem Flughafen Düsseldorf. Unsere Crew - die von Hans-Peter Keusen (genannt HPK) - ist noch nicht komplett, denn HPK und Petra sind bereits auf Mahé. Sie werden uns allen bei der Organisation des Transfers vor Ort tatkräftig beistehen. Unsere Flüge gehen von Düsseldorf nach Dubai (21:20 bis 05:10 Uhr - Uhren zwei Stunden vorstellen) und von Dubai nach Mahé (08:45 bis 12:55 Uhr). Die Seychellen haben dieselbe Zeitzone wie Dubai. Hier treffen wir unseren Skipper HPK und Petra. Bis zu unseren Flügen mit drei Insel-Hoppern nach Praslin gegen 19:00 Uhr sehen wir uns die Hauptstadt Viktoria an. Als wir um 19:30 Uhr endlich auf Praslin sind, organisiert HPK einen LKW für die Seesäcke, und Taxen, die alle müden Segler zur Basis bringen. Gegen 20:00 Uhr ertönen Jubelschreie auf sechs Katamaranen: Wir finden die bestellten Lebensmittel bereits eingeräumt und die Kojen bezogen. Jetzt noch ein leckeres Abendessen im Restaurant und dann: "Gute Nacht!" Wir waren 36 Stunden auf den Beinen.

Sonntag, 18. Mai - Törn-Tag 1
Unter dem Kreuz des Südens
Sonnenaufgang um viertel nach sechs. Unsere erste tropische Nacht, es war nur unwesentlich kühler als bei Tag. Jetzt steigt die Äquatorsonne steil an einem zartblauen Himmel empor, der mit Wattewölkchen getupft ist. Unsere Herzen freuen sich auf vierzehn Tage Paradies. Aber beim Kaffeekochen erleben wir unsere erste Überraschung - der Gasherd geht in Flammen auf. Gashahn zu, nassen Lappen drüber, Brand gelöscht. Jérome von der Charterbasis findet eine undichte Gasleitung und fragt, ob wir auch mit zwei Gasflammen auskämen. Wir sollen allen Ernstes mit einer undichten Gasleitung lossegeln? Kommt nicht in Frage! Ein neues Kochfeld wird eingebaut, bei der Gelegenheit wird auch die lärmende Kühlwasserpumpe unseres Kühlschranks ausgetauscht. Nach den Sicherheitseinweisungen werfen wir endlich die Leinen los und werden gleich nach Verlassen des Hafens ohne Vorankündigung mit "Boje über Bord" überrumpelt. "Nur kein Moos ansetzen!", zitiert der Skipper "den Alten" aus "dem Boot". Jetzt kann der Urlaub beginnen! Sonnenuntergang abends viertel nach sechs, kurz darauf erstrahlt über uns das Kreuz des Südens.

Montag, 19. Mai - Törn-Tag 2
Insel Praslin - von der Charterbasis zur Anse Lazio
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Nachdem wir gestern am Ende des Probeschlags wieder in die Basis zurückgekehrt sind (man kann ja nie wissen, was noch fehlt oder kaputtgeht...), freuen wir uns heute auf das wirkliche Hineinsegeln in das Paradies. Zum Frühstück selbst gebackenes Brot, fürs Abendessen zwei frisch gefangene Fische von einem Fischer. Endlich Leinen los - wir verlassen die Baie Ste Anne, umrunden die Südspitze und werfen einen ersten Blick von weitem auf La Digue. Unser Tagesziel ist die Anse Lazio im Norden von Praslin, die zu den weltschönsten Buchten zählt.

Ein herrliches Segeln, Wind 3 Bft, Welle ein knapper Meter, schmeichelnde Luft. In der Anse Lazio liegen schon einige Kats von uns und - was ist das? Ein Schwimmer in Strandnähe gibt Notsignal! Zeit für unser erstes reales MOB-Manöver, das nach unseren Übungen von gestern tadellos gelingt. Das Mädel gehört zu unserer Truppe und wird gleich nachdem wir sie "herausgefischt" haben von einem Dingi abgeholt. Leider finden wir nie heraus, wer's war, denn niemand lädt uns zu einem Drink ein.

Dienstag, 20. Mai - Törn-Tag 3
Praslin - weiße Strände und frivole Früchte
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Die Anse Lazio ist wirklich eine Traumbucht. Der Sand ist schneeweiß und mehlfein, schlanke Kokospalmen wölben sich darüber und recken ihre Kronen über das Wasser hin. Dunkle Felsbrocken, von der Brandung gerillt, liegen im Sand wie Hände mit ausgestreckten Fingern. Das Wasser leuchtend türkis bis tiefgrün. Einfach herrlich. Unser heutiger Segelschlag ist nicht groß, an der Nordküste entlang zur Anse Volbert. Vorübergehend setzt unsere Backbord-Maschine aus und wir müssen schon wieder Jérome anrufen, aber nach kurzer Zeit springt die Maschine ohne fremde Hilfe wieder an. Am Nachmittag wandern wir durch den National Park Vallée de Mai, der zum Weltnaturerbe zählt.

Hier wächst die Seychellenpalme, Coco de mer, die es sonst nirgendwo auf der Welt gibt. Die Palmen sind männlich oder weiblich, die Blütenstände der männlichen erscheinen wie ein Phallus, während die Nüsse der weiblichen Palmen, die größten Samen der Welt, "Vagina" genannt werden. Für den Rest des Tages ist Schwimmen und Schnorcheln angesagt.

Mittwoch, 21. Mai - Törn-Tag 4
Eine Raue Marianne zwischen Praslin und La Digue
Unser heutiger Segelschlag führt uns von Praslin nach La Digue. Da wir vor lauter schönen Zielen gar nicht wissen, wo wir zuerst hinsegeln sollen, vollführen wir einen köstlichen "Kurs-Wuhling". Zur Mittagszeit wollen wir einen schnuckeligen Ankerplatz vor Marianne anlaufen, aber in allen schönen Buchten ist zu viel Schwell. So bereiten wir uns ein leckeres Mittagessen in Fahrt und landen am Ende am Pte Cap Barbi, der Nordspitze von La Digue, und finden auf diese Weise einen Ankerplatz, der sich als unsere Lieblingsbucht erweisen wird. Doch fürs Erste haben wir Probleme mit der Kühlwasserpumpe unseres Kühlschranks. Als Crewman Klaus nach der Ansaugöffnung taucht, entdeckt er obendrein, dass wir die Steuerbordschraube verloren haben. Wieder ein Telefonat mit Jérome, der uns anweist, am nächsten Tag mit dem Backbordmotor in die Basis auf Praslin zurückzukehren. Das gefällt uns nicht!

Donnerstag, 22. Mai Fronleichnam - Törn-Tag 5
La Digue und der Schönste Strand der Welt
Skipper HPK hat in der Nacht einen guten Plan ausgeheckt. Er telefoniert mit Jérome und teilt mit, dass wir allein mit
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unserem Backbordmotor, der öfters aussetzt, unmöglich in die Basis zurückkehren können. So fährt Jérome ein wenig knötternd zu uns heraus. Er montiert an Steuerbord eine neue Schraube und repariert sogar auch unsere Kühlschrankpumpe, die nun endlich keinen Radau mehr macht. Urlaubstag gerettet und Landgang La Digue jetzt möglich. Wir mieten Fahrräder und fahren unter anderem zur Anse Source d'Argent, dem so genannten Bacardi-Strand. Bizarre Granitfelsen,

Kokospalmen und viel üppiges Grün, leuchtend weißer Sand und blauer Tropenhimmel, es ist der "meistfotografierte Strand der Welt". Leider ist gerade das Wasser sehr weit weg... Später am Tag schwimmen und schnorcheln wir in unserer Ankerbucht, der Skipper fängt drei Fische (in einer Tüte) und danach veralbert er seine Crew mit dem Angebot: "Ein Cocktail für einen Salto von der Bugspitze". Es gibt mächtige Seewasserfontänen, große Lacher und viel rote Haut.

Freitag, 23. Mai - Törn-Tag 6
Monsun und Sonnenschein - noch einmal Anse Lazio, Praslin
Seit Mitternacht regnet es Katzen und Hunde, es ist ein letzter Monsun der Saison. Während des Frühstücks wandert die kleine Felseninsel, die sonst immer achteraus lag, vor unseren Bug und wir müssen den Anker neu auslegen. Heute fahren wir in die Basis zurück zur Aufnahme von Trinkwasser und frischer Wäsche. Der Rudergänger sitzt im Badeanzug und mit Waschfrauenfingern am Steuerstand und am Ende lässt ihn der nasse Fahrtwind trotz Tropenwärme mit den Zähnen klappern. Mittags ist die Sonne wieder da und wir segeln zur Anse Lazio, wo wir unsere nächste Überraschung erleben: Die elektrische Ankerwinsch fällt aus. Ankermanöver muss beim ersten Versuch sitzen, sonst droht Einsatz der Muskelkraft. Nachdem das gut gelungen ist, muss HPK wieder zum Handy greifen: "Hi, Jérome, this is Peter from the RACINE. This is our daily desaster-call!" - Das jedoch findet Jérome überhaupt nicht lustig. Da wir heute gut liegen, kündigt Jérome die Reparatur der Ankerwinsch für morgen an.

Samstag, 24. Mai - Törn-Tag 7
Lieblingsbucht der RACINE-Crew - Point de Cap Barbi, La Digue
Vormittags kommen zwei Monteure zu uns an Bord. Und welches Werkzeug tragen sie bei sich? Sie haben zwei große Schraubendreher und eine Kombizange, wir sind echt beeindruckt. Kein Voltmeter. Sie nehmen das ganze Schiff auseinander, um die Ursache der Störung freizulegen. Der Skipper unterrichtet seine Crew, dass sie sich auf eine längere Freizeit einrichten kann, was in einer Bucht wie der Anse Lazio keine Strafe ist. Aber kurz darauf schließt ein Monteur mit seinem großen Schraubendreher die Batterie kurz, es gibt einen Lichtblitz und einen Knall und er schreit dreimal "Merde!" Die Bord-Elektrik ist zum Teufel. Zum Glück haben sie vorher unsere Maschinen angeworfen, denn nun müssen wir zu größeren Reparaturen in die Basis zurückkehren. Die beiden Monteure hieven mit vereinter Kraft den Anker hoch. Wider Erwarten ist unsere RACINE nach erfolgreicher Reparatur am frühen Nachmittag schon wieder flott. Nach diesem Erlebnis segeln wir ohne Verzug und Kurs-Wuhling in unsere Lieblinsbucht und können dort noch schwimmen und schnorcheln und tauchen nach Herzenslust.

Sonntag, 25. Mai - Törn-Tag 8
Heute haben wir nur einen Tampen in der Schraube
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Wir wollen die zweite Törnhälfte in der Umgebung von Mahé verbringen und haben deshalb eine Tagesreise von ca. 40 Seemeilen vor uns. Die Nacht ist unruhig, es gibt mehrere Tropenschauer. Beim Anker-auf-Manöver fällt beim Rückwärtsschub die Steuerbord-Maschine aus. Grund: Dingi-Festmacher nicht ordnungsgemäß verstaut. Die Leine hing im Wasser und hat sich um die Schraube getörnt. O.K. - diesmal sind wir's selbst schuld, aber wir können es auch selbst in Ordnung bringen. Skipper und Co-Skipper tauchen mit dem Messer zwischen den Zähnen und dröseln den Tampen von der Schraube herunter. Danach gibt's heute keine bösen Überraschungen mehr. Zum Mittagessen in Fahrt kochen wir Spaghetti in Seewasser - das schmeckt supergut! Wir passieren die Insel Silhouette, über der sich ein Mega-Tropenschauer zusammenbraut. Dieser trifft uns zwar nicht aber das Wetter verschlechtert sich. Als wir in Port Launay Anker werfen, regnet es in Strömen.

Montag, 26. Mai - Törn-Tag 9
In der Piratenbucht von Port de Launay, Mahé
Beim Aufwachen präsentieren sich uns der Himmel wieder blau und das Schiff mit einer Fliegenplage vom Feinsten. Zum Frühstück stellt Petra Rosinenbrot her mit dem verzweifelten Einsatz ihrer Fliegenpatsche. Wenige Minuten später ruft Crewman Klaus mit verblüffter Stimme: "Du, Skipper, wo ist denn unser Dingi?" Es ist fort und der Festmacher - gestern noch nach dem Abriss in der Schiffsschraube mit einem Kreuzknoten verlängert - ist sauber abgeschnitten, der Knoten sogar noch vorhanden. Der Skipper muss schon wieder einen Desaster-Call machen und ist erleichtert, weil er jetzt nicht mehr Jérome auf Praslin sondern Jan auf Mahé kontaktieren muss. Werden angewiesen auf die Polizei zu warten und einen Bericht zu schreiben. Petra sagt zu mir: "Bernadette, jetzt kannst du sogar 'nen Krimi aus deiner Reiseerzählung machen!" Paul schlägt folgenden Titel vor: "Gestern hatten wir nur einen Tampen in der Schraube!" (Zu der Zeit ahnen wir noch nicht, dass der nächste Tag noch mehr Stoff für einen Krimi liefern wird...). Da die Polizei nicht kommt, fahren wir zur Charterbasis Angelfish. Dort bekommen wir völlig unbürokratisch ein neues Dingi. Wir atmen auf und bleiben über Nacht in der Basis.

Dienstag, 27. Mai - Törn-Tag 10
Deutsche Segelcrew im Paradies (fast) harpuniert - vor Mahé
Nach einer wohlbehüteten Nacht in der Marina wollen wir heute das Südkap von Mahé umrunden und auf der Westseite der Insel ankern. Im Luv der Insel ist die See rau und das typische Katamaran-Geschaukel auf ein bis zwei Meter hohen Wellen verursacht bei einem Crewmitglied heftige Seekrankheit. Während der Skipper und unser Schiffsarzt Paul sich im Salon um den seekranken Crewman kümmern, legen wir für eine kurze Ruhepause einen Beilieger ein. In der Ruhe des Beiliegens hören wir Schreie, Co-Skipper Klaus entdeckt eine viertel Seemeile entfernt zwei Köpfe und winkende Arme im Wasser. Also wieder ein Rettungsmanöver! Fock rein, Groß dicht, Maschinen an und Hebel auf den Tisch - unsere Leute im Salon staunen nicht schlecht. Wir finden zwei schiffbrüchige Taucher, doch als wir sie bergen wollen, kommt uns als erstes eine Harpune entgegen. Es ist ein heikler Moment, weil wir nicht wissen, ob es sich um einen Seenotfall oder Piraterie handelt. Zum Glück kann der an Bord befindliche Hauptkommissar HPT die Harpune sichern und unter der besonnenen Leitung unseres Skippers wird die Sache doch wie ein Notfall abgewickelt. Wir retten noch einen dritten Taucher, der zu der Gruppe gehört und am Ende erscheint das Beiboot und sammelt alle wieder ein. Abends sind wir froh, dass außer uns noch der Kat von Eberhard in der Anse à la mouche ankert.

Mittwoch, 28. Mai - Törn-Tag 11
Ein wirklicher Traumstrand auf La Thérèse
Beim Frühstück sagt Karin: "Wir hatten schon Gas-, Motor-, Technik-, Elektrik- und Seenot-Desaster. Aber wir hatten bisher keine Probleme mit den Segeln..." Als hätte sie's gewusst - heute bricht eine Reffleine. Doch das ist schon alles und deshalb ist das, was wir heute erleben - ein wirklich schöner Törn-Tag in einem paradiesischen Revier. Zuerst verweilen wir in der Anse à al mouche und schwimmen und schnorcheln nach Herzens Lust. Später am Tag segeln wir los und ankern zur Mittagsrast vor der Ile Thérèse. Dieser Strand kann sich mühelos mit dem "schönsten Strand der Welt" auf La Digue messen und wir genießen die herrliche See und den feinen Sand und unsere Augen weiden sich an den satten Farben. Danach werden wir mit Muffins und Kaffee verwöhnt. Abends in der Beau Vallon Baie besuchen wir den Markt, kaufen Souvenirs und Abendessen zum mitnehmen. Was für ein unbeschwerter Urlaubstag!

Donnerstag, 29. Mai - Törn-Tag 12
Ein paradiesischer Tag ohne Desaster - Beau Vallon Baie, Mahé
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Wir suchen nach einem schnuckeligen Ankerplatz für die letzte Nacht und segeln die Westküste hoch nach Norden. Alle Buchten, die wir dort finden, sind für die Nacht nicht genügend geschützt, doch für eine genüssliche Mittagszeit eignen sie sich allemal! Wir entscheiden uns für die Baie Ileau und werfen dort den Anker. Unser Skipper und Profitaucher HPK erklärt uns die verschiedenen Fischarten: Putzer-, Sergeant- und Doktorfische, die Algen abgrasen, und Papageienfische, die Korallen fressen und den Korallenkalk fein gestäubt "ausfurzen". Jetzt wissen wir endlich, wie die schneeweißen Strände entstehen. Und dann gibt es noch jene Doktorfische, die rund wie eine Pizza aussehen und gern mal Finger und Zehen anknabbern. Karin benutzt ihre Unterwasserkamera und macht faszinierende Aufnahmen. Für die Nacht kehren wir in die Baie Beau Vallon zurück.

Freitag, 30. Mai - Törn-Tag 13
Am letzten Tag lässt der Skipper segeln
Je später der Törn desto genüsslicher die Tage. Keinerlei Törn-Desaster mehr und die Seychellen präsentieren sich uns von ihrer schönsten Seite. Am Morgen bleiben wir noch in der Bucht, wir schwimmen und schnorcheln und vollführen die verrücktesten Sprünge von der Bugspitze in die badewannenwarme Tropensee. Wir haben ein bisschen zuviel Brot gebacken und füttern damit die Sergeant- und Doktorfische, die ganz verrückt danach sind. Wenn sie ungeduldig werden, stupsen sie uns "mit der Nase" an. An diesem letzten Segeltag will sich der Skipper von uns segeln lassen und übergibt das Kommando an Co-Skipper Klaus. Abends müssen wir in der Basis Angelfish sein und die Seesäcke packen. Nach den vielen Turbulenzen gestaltet sich die Schiffsabnahme reibungslos und wir sehen unsere Kaution vollständig wieder. Jetzt, da alle Segelcrews wieder vereint sind, gibt es ein fröhliches Geschnatter und einen lebhaften Austausch von Seemannsgarn.

Samstag, 31. Mai - Schiffsrückgabe
Mahé - Inselrundfahrt und Bergbesteigung
Um 09:00 Uhr müssen wir die Katamarane verlassen. Da unser Flieger erst nachts gegen eins geht, machen wir noch einem schönen Landtag daraus. Unsere Crew entscheidet sich für eine Inselrundfahrt in zwei Miet-PKW. Die Seesäcke können wir auf der Polizeistation des Flughafens Mahé deponieren und abends noch einmal in der Marina Angelfish duschen. Das Autofahren ist eine große Herausforderung, denn auf den Seychellen gilt Linksverkehr. Hier ist eben vieles umgekehrt, im Gegensatz zu unserer Halbkugel, sogar die Sonne läuft gegen die gewohnte Richtung und steht mittags im Norden. Wenigstens den Uhrzeigersinn drehen wir bei unserer Inselumrundung nicht "auf links". Fotostopps in der Anse Royal und vor der Ile Thérèse. Besteigung des Morne Blanc im Morne Seychellois National Park und eine Strandsitzung in der Baie Beau Vallon, eingeschlossen ein wildromantischer Sunset. Nach dem Abendessen müssen wir zum Flughafen und dann beginnt sich der Reisemarathon vom Anfang nach rückwärts abzuspulen.

Samstag, 31. Mai und Sonntag, 1. Juni - Rückreise
Zurück auf der Nordhalbkugel
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Um Mitternacht sitzen wir in der Halle des Mahé Seychelles International Airport und warten auf die boarding-time. Mehr als einem von uns fallen die Augen zu. Um viertel vor zwei in der Nacht sitzen wir endlich im Flieger und um drei wird ein "Sehr-Früh-Stück" serviert. Einer von uns verpasst dieses Frühstück, weil das Klebchen "wake me up for breakfast" auf dem Sitz übersehen wurde. Danach wird das Licht gedimmt. Kurz vor der Landung in Dubai um sechs flammt die Tagbeleuchtung wieder auf um die Passagiere wachzurütteln. Im Flieger von Dubai nach Düsseldorf drehen alle ihre Uhren wieder um zwei Stunden zurück und landen vierzehn Uhr - geschafft (nur eine von uns hat das mit der Zeitumstellung verpeilt und landet zwei Stunden später als alle anderen - hihi)! Wir blicken auf zwei herrliche Wochen mit einem außergewöhnlichen Segeltörn zurück. Südseezauber - Segeln im Paradies - eingeschlossen ein paar abenteuerliche Törn-Desaster, Seenotrettungen und eineinhalb Krimis. Ein großer Dank geht an die Organisatoren! Bernadette Jansing

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