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Freitag, den 13. Mai, machten wir uns auf den Weg nach Holland, um die Filou in die Ostsee zu bringen. Wir, das sind Ralf Küppers, Klaus Laskowski, Manfred Mingels, Maik Schürmann , Jörg Vernaleken und ich. Für unsere Anreise nach Holland hatten wir uns einen 9-Sitzer Mietwagen genommen, mit die Crew, die im Moment an Bord war, wieder Richtung Heimat fahren sollte. Für uns sechs und unseren Proviant reichte der Platz so gerade aus. Mit Klaus Knittel, der die Filou die Woche vorher aus Strijensas geholt hatte, hatte ich morgens als Treffpunkt den Hafen von Den Oever ausgemacht. Für unsere Anreise hatten wir uns ein schlechtes Wochenende ausgesucht. Es war der Freitag vor Pfingsten und so stauten wir uns fast überall. Nach fast 6 Stunden sind wir dann endlich in Den Oever angekommen. Die Crew war sichtlich erleichtert, dass wir endlich da waren, denn die wollten ja auch noch nach Hause. So wurde schnell das Auto ausgeräumt und auch wieder eingeräumt. Klaus gab mir noch die Wettervorhersagen für die nächsten Tage und auch die Schiffsübergabe haben wir schnell erledigt.
Samstag-Morgen sagte der Wetterbericht weiterhin NE 5-6 voraus. Da wir vor allem die Lichter am Mast reparieren mussten, vereinbarten wir schnell, den Samstag in Den Oever zu verbringen und Arbeiten auszuführen. Nachmittags haben wir uns dann auf den Weg in die Stadt gemacht und uns dort umgesehen. Abends kam dann in der Vorhersage die erwartete Drehung des Windes auf Nord 4-5. So wurde, nachdem wir den Tidenkalender studiert hatten, die Abfahrt für Sonntag Morgen 8 Uhr festgelegt. Also für mich noch die Aufgabe, die Sicherheitseinweisung durchzuführen und dann Wachpläne zu erstellen.
Sonntag ging es dann um 8:30 Uhr in Den Oever los. Wir fuhren nach der Schleuse westwärts, um unterhalb von Texel in die Nordsee zu gelangen. Gegen Mittag waren wir dann im Molengat und die Fahrt an allen Nordseeinseln vorbei begann. Wenn man so an den Inseln vorbei fährt, merkt man erst mal, wie groß so einige Inseln sind, man weiß manchmal nicht, ob man immer noch an der gleichen Insel vorbei fährt oder schon eine Insel weiter ist.
Montag in den frühen Morgenstunden drehte der Wind dann auf West und gab uns den richtigen Schwung Richtung Elbe. Leider hatten wir dabei auch eine unangenehme Welle. So zum Frühstück waren wir dann auf Höhe von Borkum. So ging es dann weiter, bis wir gegen 20.00 Uhr den Leuchtturm Roter Sand querab hatten. Wir hatten noch überlegt, ob wir Helgoland anlaufen und dann über die Eider weiterfahren oder ob wir Cuxhaven anlaufen sollten. Die Crew kam schnell zu der Entscheidung , dass wir nach Cuxhaven fahren und auf dem schnellsten Weg in die Ostsee gelangen sollten, denn einigen hatte die Welle doch übel mitgespielt. Um 21:00 Uhr hatten wir dann die Einfahrt zur Elbe mit der Tonne Elbe 1 erreicht. Leider nicht zur optimalen Zeit. So zog sich die Zeit, bis wir in Cuxhaven festmachen konnten, dann auch bis fast 02:00 Uhr. Gemäß Logge hatten wir 243 sm in 42 Stunden seit Den Oever zurückgelegt. Um am Dienstag Morgen zügig nach Brunsbüttel und zum NOK zu kommen, mussten wir hin und her rechnen. Optimal hätten wir um 6 Uhr ablegen müssen, aber 8 Uhr ging auch noch. So haben dann Ralf und Klaus
Dienstag um 7:30 Uhr in Cuxhaven abgelegt, der Rest der Crew schlief noch gemütlich weiter. 3 Stunden später konnten wir hinter einem russischen Frachter direkt in die Schleuse einlaufen. Nach meinem ersten Erlebnis auf dem NOK´s haben wir genau auf die Schleusensignale geachtet..... Jetzt lagen 100 km Kanal vor uns. Das Wetter war toll, leider kaum Wind im Kanal. Wir versuchten zwar, die Genua zu setzen, aber nach einigen Minuten fiel sie wieder ein. Wir beobachteten die Radfahren am Ufer und die anderen Schiffe im Kanal. Auf einmal kam von hinten ein Container-Schiff auf. Schwarzer
Rumpf und gelbe Aufbauten. Mit dem Fernglas betrachtet, war die Farbgebung auch klar. Das Schiff hieß Borussia Dortmund , Heimathafen St. Johns . Ich hab ja schon viel gesehen, aber so was? So zwischendurch mussten wir auch noch die Signale der Weichen studieren, die Frachter blieben auf einmal hinter uns , weil ein rotes Licht blinkte, also auch erst mal nachsehen, bevor man hier was falsch macht. Nach Durchsicht der Unterlagen war uns klar, dass wir nur bei drei roten Lichter in der Weiche bleiben mussten. Gegen 19.00 Uhr waren wir dann im Schleusenbereich von Kiel Holtenau. Eine halbe Stunde später durften wir dann auch in die Schleuse. Jetzt nur noch hoch zum Schleusenmeister und für den ganzen Weg bezahlen. 18 Euro für 10 bis 12 Meter. Jetzt hatten wir es geschafft. Die Filou war in der Ostsee. Wir machten noch einen kleinen Schlag nach Laboe und haben dann den Tag ausklingen lassen.
Mittwoch, der Druck war jetzt weg. Was wir uns vorgenommen hatten, war geschafft und jetzt wollten wir nur noch kurze Schläge machen und auch noch ein paar Tage Urlaub genießen. So entschieden wir uns für Maasholm in der Schleimündung. Durch den Nordwest mussten wir von Laboe hochkreuzen. Vor Damp hatten wir dann ein Boot der Marine 4 Kalbellängen neben uns. Nach der nächsten Wende wussten wir auch, welche Aufgabe das Boot hier hatte. Erst konnten wir nur ein Periskop und dann den Turm eines U-Bootes sehen. So was hatte ich auch noch nicht erlebt. Das U-Boot tauchte wieder weg und nach einigen Minuten tauchte es wieder auf, bis es dann endgültig verschwand. Nachdem wir um 16:00 Uhr in Maasholm festgemacht hatten , kam der dort stationierte Seenotkreuzer in voller Fahrt in den Hafen und machte direkt an der Mole fest. Wie wir dann auf dem Weg zum Hafenmeister feststellten, war nichts passiert, es wurden nur Filmaufnahmen für den Landarzt gedreht.
Donnerstag Morgen entschließt sich Maik, von Bord zu gehen. Er muss am Samstag Morgen zur Prüfung für den Funkschein ( UBI und SRC ) in Düsseldorf sein. Nachdem er erfahren hatte, dassKlaus mit seiner Crew von Den Oever aus so
gegen 4:00 Uhr zu Hause war, scheinen seine Bedenken berechtigt. Die Verkehrsverbindungen mit der Eisenbahn von Kappeln aus sind ideal für ihn. Wir machen uns dann so gegen 11:00 Uhr auf den Weg nach Sonderburg. Heute haben wir das erste Mal Sonne! Das entschädigt für die kalten Tage vorher, in denen wir aber kaum Regen hatten. In der Einfahrt zur Marina nehmen wir ein Ehepaar aus Bremen längsseits, weil deren Motor nicht anspringt. Wir bringen das Boot in der Marina an die Dalben, machen die Filou fest und ziehen sie dann mit Leinen in die Box. Sichtlich erleichtert laden sie uns abends auf ein Bier ein. Klaus als Motorspezialist untersucht erst mal den Motor und stellt seine Analyse: Einspritzpumpe.
Freitag wollen wir dann noch nach Flensburg. Um 9:00 Uhr machen wir uns auf den Weg und genießen einen tollen Segeltag. Um 15:00 Uhr machen wir in der neuen Marina Sonwik fest und klaren auf. Jetzt heißt es für Klaus, Ralf, Manfred und Jörg warten auf die Folgecrew mit dem Mietwagen. So gegen 21:00 Uhr kommen sie an. Auch jetzt wieder schnell Auto ausladen, einladen und Richtung Heimat. Schiffsübergabe brauchen wir nicht machen, weil ich weiterhin an Bord bleibe, um eine Woche SKS Ausbildung zu machen.
So haben wir in der Woche 350 sm zurückgelegt und auch, nachdem wir den Schlag in die Ostsee geschafft hatten, noch einige Tage Urlaub gemacht.
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