Wintersegeln in Ophoven 2011
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Kaminofen ist etwas für Weicheier

Sonntagmorgen Treffpunkt in Viersen um 09:00h. Ist das nicht alleine schon ein Grund im Bett zu bleiben? Wettervorhersage: stark bewölkt, gelegentlich Nieselregen, gefühlte Temperatur im Minusbereich und nur leichte Winde um 1 bis 2 Windstärken, noch vier gute Gründe mehr, den Sonntag bei einem gemütlichen Kaffee zu Hause und vor dem lodernden Kamin zu beginnen und einfach den lieben Gott einen guten Mann sein zu lassen. Was für ein schöner Gedanke! – Aber wir haben uns heute Morgen zu einem Event verabredet: Dem KSC-Wintersegeln 2011!

Wir, das sind Monika, Burkhardt, Wolfgang, Michael, Karsten und unser Organisator Charly, die sich an besagtem Treffpunkt um diese frühe Stunde treffen und ein Ziel vor Augen haben: Segeln! Allesamt bestens ausgestattet mit warmer Kleidung, Mützen, Winterhandschuhen und Thermoskannen aus dem kurz zurückliegenden Winterurlaub.

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Kurzum verteilen wir uns auf zwei Autos und nehmen Kurs Richtung Ophoven in Belgien, wo die Valk- Jollen auf uns warten. Während der Fahrt sieht es nicht nach einer Wetterbesserung aus, der Regen scheint stärker zu werden und das Thermometer steigt so ganz und gar nicht aus dem Minusbereich. Da kommt doch tatsächlich noch einmal der Gedanke von beschriebenem Kamin auf. Zeit umzukehren? - Nein, auf gar keinen Fall, wir haben es so haben wollen und genau das Wetter bekommen, was wir gebucht haben. Also ein perfekter Tag um das anzugehen, was wir so gerne machen: Segeln! – Die Stimmung steigt...

So kommen wir 45 Minuten später in Ophoven an und dürfen den ersten Blick auf die stark strömende und gut geflutete Maas richten. Da wollen wir segeln? Wie soll das denn gehen? Dann lieber schnell einen Blick auf die andere Seite des Deiches richten. Dort liegen die Valken im ruhigen Wasser und warten auf Ihren Einsatz. Nach einer kurzen Wartezeit öffnet uns Anneke vom Sailcenter Limburg die Tür und wir machen uns fertig, um ihr anschließend bei der Vorbereitung der Valken zu helfen. Die Crews haben sich rasch gefunden, die Außenborder angebracht und Anker zur Sicherheit eingepackt.

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Und dann geht es endlich los. Ableger, Segel setzen und dann der lang ersehnte Moment: Motor aus und… Ruhe…! - Genau das ist der Moment, auf den sich jeder Segler freut. – Noch zwei kurze Kringel durchs Wasser gezogen und dann können wir gemeinsam mit der zweiten Valk unserem „Törnziel“ Thorn entgegen segeln. - Apropos Segeln, gehört nicht auch Wind dazu? Ja, wir haben tatsächlich eine ganz leichte Brise, die uns Richtung Maas schiebt. Wir genießen den ersten Schlag des Jahres und sind bereit für einen Rundum-Check: Stimmung ist perfekt, es regnet nicht und Kälte oder gar der leichte Nebel haben keine Chance, zu uns durchzudringen, und selbst Handschuhe sind (noch) nicht nötig. So weist uns der Tonnenstrich den Weg durch den Baggersee Richtung Maas. Wir sind völlig alleine unterwegs, ein Umstand, den wir wohl der Jahreszeit zu verdanken haben. Erinnerungen kommen an die Sommerzeit hoch, wo es hier in der Gegend an einem Wochenendtag auf dem Wasser so richtig voll sein kann. Wir genießen es und werden dann sogleich durch das laute Knattern eines Bootes aus dem Gedanken gerissen. An diesem Sonntag sind wohl noch andere früh aufgestanden, allerdings um zu angeln, und kommen wohl schon von ihrem „Frühsport“ zurück...

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Die Maas liegt nun vor uns und bevor wir einbiegen, sehen wir schon die Strömung, die nun doch noch deutlich stärker aussieht, als vorhin beim Blick vom Deich. Schnell haben wir den Außenborder noch einmal ins Wasser getaucht und überprüfen, ob wir es überhaupt gegen die Strömung gegen an schaffen, da wir zunächst stromabwärts segeln wollen. Aber kein Problem, der 5 PS „starke“ Motor schiebt uns gut voran, so machen wir ihn wieder aus und dann geht es auch schon stromabwärts bei voller Besegelung. Aber wo ist jetzt der Wind? Zwischen der Eindeichung hatte dieser nicht die geringste Chance, auf unsere Segel zu treffen und so treiben wir mit der Strömung „flussabwärts“. Wir machten gute Miene zum bösen Spiel, müssen aber ordentlich aufpassen, weil der Ruderdruck nicht mehr oder kaum noch vorhanden ist.

Aber irgendwann ist das „Spiel“ beendet und wir aktivieren noch einmal kurz unseren Außenborder, um die Einfahrt in den Baggersee Richtung Thorn nicht zu verpassen. Dann darf endlich wieder gesegelt werden. Klasse, der Wind hat auch erneut zugenommen und wir können die Brise nutzen, um gut vorwärts zu kommen. So geht es gegen an Richtung Thorner Steganlage, die wir nach einem schönen Stück unter Segeln angesteuert wird.

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Zur Belohnung, nach all den Strapazen, geht es nun zu Fuß in Richtung Pannekoekenhuis im Zentrum. Die Auswahl ist so groß, dass es uns schwer fällt, die Wahl zu treffen: herzhaft oder süß oder doch lieber herzhaft oder vielleicht süß oder einfach in der Reihenfolge? Fragen über Fragen… letztendlich findet jeder sein bevorzugtes Essen und wir können bald wieder Richtung Boote aufbrechen.

Wir finden die Valken vor einem beinahe spiegelglatten Baggersee vor. Und da die Zeit schon recht weit fortgeschritten ist, aktivieren wir wieder einmal unsere Außenborder und tuckern in Richtung Maas. Es gilt, vor dem Einbiegen noch den großen Frachter abzuwarten, und geben dann „Vollgas“ gegen die Strömung. Die zweite Valk zieht uns davon, da wir zwar optisch den gleichen Motor haben, dieser aber offensichtlich nicht die gleiche Leistung bringt. So haben wir die andere Valk bald aus den Augen verloren und fallen ein deutliches Stück zurück… aber es geht vorwärts und der kleine Motor lässt uns nicht im Stich und bringt uns zuverlässig nach Ophoven in den Baggersee zurück.

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An der Steganlage werden die Segel dann schnell aufgetucht und die Tanks der Außenborder ans Haus gestellt. Umziehen dürfen wir uns dann noch im Haus, obwohl Anneke nicht da ist, sie hatte den Schlüssel für uns „hinterlegt“, so dass wir die „Infrastruktur“ noch nutzen dürfen. Insbesondere der Kaffeeautomat hatte es uns angetan! Dieser bringt uns dann die (vielleicht nicht) vermisste Wärme und die Lebensgeister wieder zurück.

Ein toller Tag auf dem Wasser. Zwar gab es nicht so viel Wind, dafür leichten Nebel, zwischendurch leichten Nieselregen, kühle Temperaturen und eine stark strömende Maas. Also ein rundum schöner Tag! Gut, dass wir den Gedanken an den lodernden Kamin vertrieben haben. Vor dem Ofen hätte ja jeder sitzen können! Wir nicht!

Bericht von .

 
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