Laser Master WM in Hayling Island
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Als aller Erstes muss ich den Hayling Island Sailing Club loben. Mit welchem Engagement die 360 Teilnehmer umsorgt wurden, ist beeindruckend. Nachdem 14 Tage vorher schon 300 Laser Segler bei der Senioren und Junioren WM perfekt betreut wurden, konnten die Clubmitglieder auch den über 500 Seglern und Begleitpersonen im Masterbereich immer das Gefühl vermitteln willkommen zu sein.

Nun aber zum seglerischen Teil. Ich durfte Dennis Laser, den wir nach der Junioren-WM im HISC stehen lassen konnten, segeln. Nach einer gründlichen Durchsicht und der Vermessung am Sonntag liefen wir Montags zu den beiden ersten Läufen aus. Die Anfahrt zur Bahn dauerte bei W-Winden 6 Bft mit 7er Böen 45 Minuten. Die Welle war schön lang und ca. 1 Meter hoch. Schon beim antesten musste ich feststellen, dass viele meiner 82 Konkurrenten in der Laser
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Standard Master Klasse (Männer zwischen 45 und 54 Jahren) der körperlichen Vorbereitung teils deutlich mehr Aufmerksamkeit gewidmet hatten. Außerdem fehlt mir das Gefühl für den Laser auf Vorwindkursen in der Welle, was durch querlaufenden Strom noch verstärkt wurde. Die Standard Master waren in 2 Gruppen aufgeteilt, die in 6 Qualiläufen das Gold und Silberfleet aussegeln wollten. Der Start und die erste Kreuz waren zufriedenstellend, da an der Luvtonne noch mehr als 10 Mitsegler hinter mir waren. Nach 2 Luvkenterungen (natürlich mit durchkentern) war ich an der Leetonne Letzter. Auf der Kreuz konnte ich wieder 4 überholen und musste auf dem 2. Achterlichen mit erneut 2 Luvkenterungen und 2 Sonnenschüssen Positionenlassen. Im Ziel hatte ich dann (ärgerlicherweise habe ich auf der Ziellinie noch einen US- Boy passieren lassen) auf Platz 38 nur noch 3 Segler hinter mir und war komplett platt. Auf den 2. Lauf verzichtete, kenterte beim Reinfahren noch 2 mal durch, und erreichte das Ufer ohne Schäden an Mensch und Material.

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Dienstag hatten wir dann 7–8 Bft und durften an Land bleiben. Sehr zur Freude der mitgereisten Partner gibt es in Portsmouth ein Outletcenter, für die Männer eine Museumsanlage der Royal Navy. Mittwoch war weiterhin zu viel Wind und wir hatten einen weiteren Strandtag. Dadurch wurde die Qualifikation für Gold und Silber auf 4 Läufe gekürzt. Am Donnerstag war dann mein Tag. Schon im 1. Lauf führte ich bei 3–4 Bft 50m vor Luvtonne, segelte dann gegen einen 30°Dreher weiter nach rechts um diese Seite zu decken. Dadurch rutschten 4 Segler links durch und ich rundete als 5. das Fass. Dummerweise unterschätzte ich den Strom und berührte die Ablauftonne. Der anschließende Strafkringel lies mich auf Platz 14 zurückfallen, den ich dann auch ins Ziel segelte. Im 2 Lauf konnte ich als Führender die Luvtonne runden. Das Gefühl, bei einer WM in Führung zu liegen, ist unglaublich gut und macht mir immer noch Spass. Achterlich musste ich nur Arnoud Hummel (der wurde dann Vizeweltmeister) vorbeilassen und war bis 30m vor die letzte Tonne 2. Dann bekam Benoit Messemaeker mit einer Boe noch die Innenposition und schlüpfte durch. Mit Platz 3 war ich jedoch sehr zufrieden. Leider fehlte mir 1 Punkt auf das Goldfleet und so ging es ab Freitag im Silberfleet weiter.

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Freitag hatten wir nur 2–3 Bft, die ich zu Platz 10 und 9 umsetzen konnte. Samstag war dann erst ei nmal warten auf demWasser angesagt. Die aufkommende Seebrise musste erst den schwachen Nordwind wegdrücken. Bei wieder nur 2–3 Bft konnte ich einen 3. Platz segeln. Der 2. Lauf war ein Schweinerennen, da der Wind zur 1. Luvtonne hin komplett einschlief, der herrschende Strom das komplette Feld zusammentrieb und von der Tonne vertrieb. So kam es, daß Joao Bolina schon die Leetonne gerundet hatte, als ich, irgendwo um Platz 30, die Luvtonne endlich runden konnte. Danach setzte sich die Seebrise immer stärker durch und im Ziel waren 5 Bft erreicht. Das reinsegeln entschädigte für Alles. Raumschots, volle Gleitfahrt ohne arbeiten, ständig eine hohe Wasserfontäne aus dem Schwerkasten, gestoppte 24 Minuten bis zur 1. Fahrwassertonne, einfach toll.

Am Sonntag hatten wir dann wieder Oberkannte 5 Bft mit 7er Böen. Ich habe beim Raussegeln an der Ansteuertonne mit einem Ami, einem Australier und Markus Ochs (ehemals vom Aachener Boots Club, jetzt Schweizer am Genfer See) angetestet. Der Speed war in Ordnung, die körperliche Fitness weiterhin verbesserungsfähig. Da wir über 600 km und 2 Stunden Fähre vor uns und ich am Montag um 8.00 Uhr meinen ersten Arbeitstermin hatte, genoss ich nochmal 10 Minuten Gleitfahrt zum Hafen.

Insgesamt waren es tolle 9 Tage. Das Bild von 170 Lasern allein auf meiner Bahn, über 300 Laser an Land, knapp 40 Nationen, Segeln auf diesem anspruchsvollen Revier, tolle Stimmung und eine perfekte Organisation. So macht mir segeln Spaß.

Bericht von Thomas Leukel

Bilder von Paul Wyeth / pwpictures.com

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