Vom Hollands Diep in den Harringsvliet
oder "betreutes Segeln" ade...

Nachdem wir in den letzten 2 Jahren so manche Prüfung über uns ergehen lassen mussten und nach gerade bestandener UBI/SRC-Prüfung entschlossen wir uns recht spontan, das Gelerntemal eigenverantwortlich auszuprobieren. Wir – Michael, Peter und Volker – charterten die Lady J in Strijensas an einem Wochenende für den ultimativen Praxistest.

Am 29.05 ging es morgens um 6 Uhr los – als wir in Strijensas ankamen war das Wetter erfeulich gut. Nun hieß es das Schiff reisefertig zu bekommen und raus auf den Hollands Diep. Da wir vor ein paar Wochen schon eine Einweisung am Schiff durch Peter Heckenbach bekamen (nochmals vielen Dank) fiel es uns recht leicht, das Schiff klar zu machen. Schnell kontrolierten wir alles, schlugen das Gross an, prüften die Reffstufen ... Um 10 Uhr ging es endlich los: ablegen, raus aus dem Hafen und schön außerhalb des Fahrwassers Richtung Willemstad motoren. Die erste Herausforderung war die Brücke bei Willemstad. Wo geht es denn hier durch? Wie hoch ist der Mast? Wir fanden die Antworten und ließen die Brücke hinter uns. Der Wind stand nun gut, wir setzten die Segel und glitten entspannt in den Harringsvliet. Von nun an genossen wir das tolle Segelwetter. Wir kontrollierten regelmäßig unseren Kurs, die Wassertiefen und gesperrte Gebiete. Welche Tonne ist das denn? Wo sind wir denn gerade? Viele Dinge, die wir bisher nur aus der Theorie kannten oder beim Mitsegeln erlebt hatten, kamennun direkt auf uns zu. Langsam wurde es auch voller, ständig kamen andere Schiffe auf uns zu – wie war das nochmal mit den Ausweichregeln? Doch gelernt ist gelernt und alles ging uns recht leicht von der Hand.

Um 16 Uhr erreichten wir Hellevoetsluis. Wir entschlossen uns die Helius Marina anzusteuern. An welchen Steg, welche Box? Wir fuhren erst einmal in die Marina und schauten uns ein wenig um. Als wir eine Wahl getroffen hatten, fuhren wir die erwählte Box an. Mist, hat nicht so gut geklappt, also noch einmal von vorn. Der zweite Anlauf klappte dann aber perfekt. Das Schiff wurde schnell festgemacht und der verdiente Anleger schmeckte nun umso besser. Also auf zum Hafenmeister – der teilte uns dann aber mit, dass wir die Box wieder verlassen müssen – die neu zugeteilte Box war einen Steg weiter hinten! Wer kann noch fahren? Na ja, nach einem Bier sollte das wohl noch klappen und Micha legte nun sogar mit dem Heck an. Das Wetter wurde langsam schlechter und der Wind nahm auch zu. Wir verbrachten die nächsten2 Stunden im Restaurant der Marina und nutzen die Regenpause um in den Ort zu gehen. Wir fanden ein nettes Lokal und verbrachten die nächsten Stunden dort mit „HolländischenSpezialitäten”. Spät am Abend machten wir uns zurück auf den Weg zur Lady J und ließen den Tag nochmal Revue passieren.

Der nächste Morgen begann schon um 6 Uhr, das Wetter war mies. Regen und recht starker Wind – aber das war auch so vorausgesagt worden. Nachdem wir gefrühstückt hatten, verließenwir die Marina gegen 8:30 Uhr wieder. Wir beschlossen, nur mit dem Vorsegel zu segeln. Nach gut einer Stunde besserte sich das Wetter leicht, kein Regen mehr, aber recht viel Wind und weit und breit waren nur wir – kein anderes Schiff war bei diesem Wetter unterwegs. Wir segelten entspannt Richtung Middelharnis, hatten teilweise 6,2 Knoten Fahrt – und das nur mit Vorsegel.

Tonne für Tonne ließen wir hinter uns und da war sie wieder – die Brücke. Da wir ja unsere Erfahrungschon gemacht hatten, steuerten wir die richtige Durchfahrt an. Nachdem wir die Brücke hinter uns gelassen haben, mussten wir wieder auf die Berufsschifffahrt aufpassen. Wir hatten achterlichen Wind und so konnten wir außerhalb des Fahrwassers Richtung Strijensassegeln. Kurz vor Strijensas wurden wir Zeuge eines Bergemanövers: Ein Segelboot war in die flache Zone hinter die roteweiße Makierung geraten. Motorschaden oder gar festgefahren. Ein zweites Segelboot war behilflich, eine Leine wurde geworfen – offensichtlich sollte das andere Boot abgeschleppt werden.

Als wir Strijensas erreichten, nahmen wir die Segel runter und fuhren unter Motor in die Marinaund steuerten die KSC-Box an. Heil wieder angekommen! Fazit für uns: Es waren ein schönes, entspanntes und vor allem ein lehrreiches Wochenende.

, Michael Lassahn-Cogiel, Volker Schrage

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