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Mit dem Direktflug Köln/Bonn - Pula mit germanwings erreichten zwei der fünfköpfigen KSC-Crew am Donnerstagabend, den 02.07. gegen 23 Uhr Pula, Istrien. Wie im Vorfeld mit dem deutschsprachigen Hotel Scaletta vereinbart, wartete bereits der Taxifahrer auf die beiden und brachte sie zu ihren Hotels. Auch um diese Uhrzeit bot Pula als lebendige, jung gebliebene, pulsierende Stadt noch genügend Einkehrmöglichkeiten, um mit einem kühlen Ankunftsbierchen bei milden Abendtemperaturen auf einen schönen Urlaub anzustoßen.
Der nächste Tag lud bei sonnigem Wetter zu Besichtigungen vieler Sehenswürdigkeiten und mittelalterlichen Bauten und Plätzen, zum Stadtbummel, Wochenmarktbesuch, Faulenzen in netten Marina- und Stadtcafes sowie zum Besuch des römischen Amphitheaters ein. Das absolute Highlight des Tages war jedoch die Einladung einheimischer Fischer am Hafen gegenüber von Marina Veruda zu selbst gekochter Fischsuppe mit fangfrischen Süßwasserfischen. Im Kreise von kroatischen Fischern und Arbeitern genossen Charles und Rieke das köstliche Mahl.
Am Samstag nachmittag, den 04.07. kam der Rest der Crew mit dem Auto nach und gemeinsam übernahmen wir unsere Summer Night, eine Bavaria 40 vom Vercharterer Summertime in der Marina Veruda. Nach Schiffsübernahme, Großeinkauf und Auspacken wurde im Marina-Restaurant lecker zu Abend gegessen. Die Preise in der Landeswährung Kuna (ca. 1 : 7) für Lebensmittel und Verpflegung sind sehr günstig. Ein Hauptgericht unter 10 EURO ist nicht selten. So klang der erste Abend bei Bierchen und Wein aus. Die milden Nachttemperaturen veranlassten Rieke draußen an Deck zu schlafen. Bis auf eine halbe Nacht (Gewitter) gelang ihr das auch über die ganze Reise.
Am nächsten Morgen, Sonntag, der 05.07. kam unser kroatischer Skipper Marijan zum gemeinsamen Frühstück an Bord und übernahm das Schiff. Zuerst unter Motor, später bei achterlichem Wind unter Butterfly segelnd erreichten wir am späten Nachmittag die Insel Susak. Ein seichter Strand lud gleich zum Baden ein. Am Abend wurde am Steg gegrillt. Langsam braute sich noch in sicherer Entfernung ein dicker Gewitterambos zusammen, wir blieben jedoch verschont.
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Wir versuchten, erst einmal Seemeilen Richtung Süden zu machen, um unser Ziel, die lang gezogene Insel Dugi Otok und Zadar auf dem Festland bis zur Wochenmitte zu erreichen. Von Susak motorten wir bis Mali Losinj, wo wir in der Fischhalle guten Fisch für eine abendliche Fischsuppe bekamen. Ein bißchen Beine vertreten, Geschäfte gucken und Eis essen, dann ging's unter Segel weiter in Richtung Süden mit Zwischenstop vor der Insel Ilovic zum Schwimmen. Dort gab es genügend Bojen zum Festmachen. Am Abend wurde vor der Insel Silba geankert. Während Brigitte und Marijan unser Fischgericht zubereiteten, gönnte sich der Rest der Crew auf Silba Bierchen und Kaffee. Das Dingi hielt uns Vier gut aus. Nach dem Essen verließen wir den Ankerplatz und machten ein Stück weiter an einer Boje fest. In dieser Nacht überraschte uns ein kräftiges Gewitter mit Schauern.
Am Dienstag, den 07.07. hielten wir uns gleich früh morgens zur Insel Olib und frühstückten dort an Bord. Anschließend kreuzten wir bei gutem Amwindkurs und später mit z. T. gerefftem Groß nach Veli Rat. Die obgligatorische Schwimmpause in türkisfarbener Bucht durfte natürlich nicht fehlen. Am Nachmittag zogen wieder Gewitter auf, zum Glück an uns vorbei. So erreichten wir am frühen Abend Veli Rat, wo wir in einem guten Hafenrestaurant leckeren Fisch gegessen haben. Hier war Peter's Mückenspray unverzichtbar. In feucht-fröhlicher Runde ließen wir den Abend an Deck ausklingen und amüsierten uns köstlich bei einer kleinen Knotenkunde.
Am Mittwoch, den 08.07. erreichten wir am späten Nachmittag Preko auf der Insel Ugljan. Der kleine Ort liegt direkt gegenüber von Zadar und hat den wesentlich schöneren Yachthafen als Zadar mit seinem großen Industriehafen. Auf dem windschwachen Weg dort hin, haben wir einen U-Boot-Bunker bei Dumboka aus dem zweiten Weltkrieg besichtigt. Ein Anlegen war dort problemlos möglich. So konnten wir die Bunker-Besichtigung, den Weg durch unterirdische Gänge mit Taschenlampe hinaus, Schwimmen und Mittagspause gut miteinander verbinden. Auf der Weiterfahrt nach Zadar/Preko packten wir endlich unseren Blister aus und setzten ihn steuerbordseitig. Da die Sicht nun stark eingeschränkt war, brauchten wir einen Ausgucker. Rieke nahm vergnügt im Körbchen Platz und genoss ihre neue Aufgabe. Nach Peters abendlichen Kochkünsten setzten wir mit der Fähre (für 34 Kuna pro Person hin und zurück) nach Zadar über. Buntes Treiben auf den Straßen und Plätzen, beeindruckender Sonnenuntergang an der Promenade, lange geöffnete Geschäfte, eine Braekdance-Truppe in der City, die berühmte Meeresorgel des Architekten Nikola Basic, der hierfür den EU-Preis für urbanes Bauen erhielt, letzte Fähre zurück nach Preko geht um 23.59 Uhr.
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Preko war der südlichste Punkt, den wir erreicht haben. Nun ging es langsam zurück zum Heimathafen Pula, Marina Veruda. Am Donnerstag, den 09.07. fuhren wir bis zur Insel Ilovic, wo wir in einem sehr guten, wenn auch überteuerten Restaurant fangfrischen Fisch zu Abend aßen. Auf der Fahrt dorthin planten Peter und Rieke die Navigation für die bevorstehende Nachtfahrt von Ilovic nach Mali Losinj. Die Bucht vor Premuda eignete sich bestens zum Schwimmen mit anschließendem Mittagssnack. In der Bucht vor Ilovic legt man an Bojen an. Beim Warten auf's Dingi, das den Rest der Crew übersetzen sollte, bekamen wir "offiziellen" Besuch, der uns 120 Kuna für 2 bis 3 Stunden an der Boje liegen, abknöpfte. Da wir es nicht besser wussten, haben wir die vermeindliche "Liegegebühr" naiv bezahlt. Unser Skipper, der schon in Ilovic war, klärte uns später auf, dass diese Abzocke immer ein Versuch ist, wir sind halt drauf rein gefallen. Nach dem Abendessen war es schon dunkel und wir motorten bis Mali Losinj noch ca. 2 Stunden. Dort noch einen kleinen Rundgang und einen Schlummertrunk in einem Straßencafe, das war's für heute.
Unseren Skipper hatten wir bis Freitag gebucht, d. h. am 10.07. mussten wir wieder in Pula bzw. in erreichbarer Nähe sein. Von Mali Losinj fuhren wir zuerst unter Motor in die Bucht vor Unije. Dort schwimmen, Mittagspause und nochmal aktuellen Wetterbericht hören. Es war für heute Bora gemeldet und wir hatten ja noch ein Stück vor uns. Wir brachen zeitnah auf, setzten die Segel und fuhren in einem Hartamwindkurs durch Ausläufer der Bora nach Pomer, Istrien. An diesem Nachmittag waren wir sehr dankbar und froh um den erfahrenen kroatischen Skipper. Er ging dann am Abend in Pomer von Bord. Es wurde an Bord gekocht und aufgrund der Schauern, die uns bald erreichten, unter Deck Doppelkopf gespielt.
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Am Samstag, den 11.07. hatten wir nun alle Zeit der Welt, das kleine Stück von Pomer nach Pula zu kommen. So machten wir am Vormittag erst einmal einen ausgiebigen Landgang durch Pomer und Umgebung und nahmen uns ein Taxi nach Medulin, ein schönes Städtchen mit Strandleben, netten Cafes, allerdings auch viel Tourismus. Nach gestriger Bora war es heute quasi windstill. Kläglich scheiterte unser Versuch unter Segel vom Fleck zu kommen. So motorten wir die nächten 2 Stunden nach Pula in den Heimathafen. Ein letztes Mal Anlegemanöver an der Muring. (http://www.skippertipps.de/muring/muring.htm) Übrigens waren alle Hafenliegeplätze, die wir angesteuert haben, mit Murings ausgestattet.
Alles hat bestens geklappt. Den Abend ließen wir in dem netten Marina-Restaurant ausklingen, in dem wir bereits am Ankunftstag gewesen waren.
Am Sonntag, den 12.07. hieß es in aller Herrgottsfrühe aufstehen, da der Rückflug um 07.40 Uhr nach Köln/Bonn startete. germanwings fliegt nur dienstags, donnerstags und sonntags nach Pula und zurück. Noch einen Kaffee im Flughafen-Cafe und für Brigitte, Charles und Rieke ab zum Einchecken. Für Nicola und Peter hin zur Empfangshalle, um dort auf ihre Kinder zu warten, die mit der Maschine nach Pula kamen. Für sie war nun Crew-Wechsel und damit verbunden eine gehörige Portion Verantwortung angesagt.
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Resümee:
Es war rundum ein toller Urlaub und Törn. Von Kroatien, Istrien, Dalmatien und der Kvarner Bucht waren wir sehr begeistert. Die Buchten sind herrlich, das Wasser klar, es wimmelt von unendlich vielen Inseln. Die Städte sind lebhaft und vom Vaterlandskrieg sieht man erst einmal nichts mehr. Wie es im Hinterland aussieht, können wir nicht beurteilen. Insgesamt sind wir in den 7 Tagen 185 sm gefahren, davon 65 unter Segel. Alle Marinas, in denen wir gelegen haben, waren absolut sauber und tadellos in Schuss. Die Hafengebühren sind nicht gerade günstig, 50 - 60 EURO mussten wir schon für 6 Personen und einer Bavaria 40 pro Nacht zahlen. Die Abzocke einer Gebühr zum Liegen an einer Boje in einer Bucht passiert uns nicht nochmal. Für uns steht fest, dass dies nicht das letzte Mal Segeln an der kroatischen Küste war. Vielleicht das nächste Mal ab Zadar, wo unser diesjähriger Törn am südlichsten Punkt endete.
Crew: Brigitte Gray, Charles Tirrmann, Nicola Liestmann, Peter Heinrichs, Rieke Janson. Skipper: Marijan Janko.
Rieke Janson
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