Zwischen Alcatraz und Golden Gate
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Die Laser Master World Championchip 2011 vor San Francisco

Gehöre ich auf eine Weltmeisterschaft???? Hier auf den Seen klappt das ja alles schon ganz gut, aber eine WM ? noch dazu in San Francisco? Dazu noch im Laser? Schon der Disclamer bei der Meldung stimmte mich nachdenklich:"I am of good health and capable of sailing a Laser in 30 knots of Wind". Das war ja wohl hoffentlich nicht ernst gemeint.

Das Event
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Damit ich mein eigenes Boot nicht um die halbe Welt transportieren muss, habe ich ein Charterboot gemietet. Großschot, Segel, alle Strecker, Kicker und Pinne mit Ausleger muss man selber mitbringen. Da der Ausleger mit 1,4m zu lang fürs Gepäck war, habe ich ihn einfach als Handgepäck mit ins Flugzeug genommen, was für viele Gespräche an diversen Sicherheitskontrollen sorgte. Gleich am Samstag, am Morgen nach der Ankunft konnte ich mein Boot entgegennehmen, brandneu. Kaum aufgetakelt ging es auch schon aufs Wasser, am späten Vormittag. Der Wind war ordentlich (15kn+) und nach dem Probestart fühlte ich mich gut gerüstet. An der Luvtonne spielten sich auch schon die ersten Dramen ab, das waren mindestens 3 kn Strom gegen die wir Segeln mussten, gut das dass eine aufblasbare Tonne war, da sind einige dran hängen geblieben. San Francisco Bay ist im Sommer im Grunde genommen eine gigantische Windmaschine, und gegen Nachmittag erreichte der Wind tatsächlich jedes mal 20 bis 25 kn Windaus 220 - 240 Grad, aber nur wenn es morgens neblig und kalt war. Wenn der Tag schon mit Sonnenschein anfängt, war der Wind entsprechend stärker, aber das kam zum Glück nur selten vor.

Die insgesamt 240 Teilnehmer teilten sich auf in verschiedene Altersklassen: Aprentence (35 - 44 Jahre), Master (45 - 54 [ich]), GrandMaster (55 - 64) und Great Grand Master (65+). Dazu kommt noch die Aufteilung in Radial (5,4m2) und Standard (7,2 m2 Segelfläche).

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Der San Francis Yacht Club ist das nobelste was ich je gesehen habe, hierarbeiten mindestens 50 Angestellte. Auch die Professionalität sucht seinesgleichen, 220 freiwillige Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf. Um zu gewährleisten das die insgesamt sieben Gruppen ungehindert segeln konnten gab es zwei Kurse, einen Südkurs, direkt vor dem Club, und einen Nordkurs, direkt vor Alkatraz. Und es gab zwei Startzeiten, einmal morgens um 11 (die Zeit zu der der Wind noch nicht so stark war) und um 14 Uhr. Mit dem Nordkurs und 14Uhr Startzeit habe natürlich ich die Hardcore-Variante erwischt.

Tag eins bis drei. Die wollen doch wohl nicht wirklich starten? Bei dem Wind? - Und ob, mein Start war auch gar nicht so schlecht, und da ich seit einem Jahr täglich meine Hängebank quäle konnte ich auch vernünftig ausreiten unddurchhalten. Die Kreuzen gegen den Strom waren elend lang, 3+ kn Stromwollen erstmal überwunden werden. Aufgrund meiner Vortagserfahrung ließ ich genug Abstand zum Luvfass und der Vormwind- Höllenritt konnte beginnen. Niemals hätte ich geglaubt das ich in meinem Leben einmal bei25+ kn Wind "by the lee" die Wellen absurfen würde, aber wunderbarer weisehabe ich die meisten Vormwinder kenterfrei überstanden, wobei ichmehrfache Stecker gefahren habe und mich oft nur das Wort "Schei...."gerettet hat. Ich saß die ganze Zeit hoch konzentriert im Boot, das "P" in den Augen, und hätte mich nicht mal getraut mich am Kopf zu kratzen. Zur Krönung wurde im jeweils ersten Rennen des Tages ein Dreieck an die beiden Vormwinder gehängt, mit Halsentonne!!!!!! Aber auch die habe ich meistens geschafft. Kurz nach dem Ersten Rennen wurde gleich jeweils das zweite gestartet und Nachdem auch das überstanden war, kehrten wir an den Strand zurück und wurden vom Beach Team in Empfang genommen. Ich fühlte mich jedesmal völlig fertig, aber stolz wie ein Gladiator der einen schweren Kampf überstanden hat. Mein Hotel lag nur 20 min vom Strand entfernt und so marschierte ich täglich im Neo und mit Schwimmweste durch die Chesnutroad, eine belebte Einkaufsstraße. Irgendwie scheint das hier normaler Drescoat zu sein, jedenfalls habe ich trotz Kompass und Carbonpinne unterm Arm keine besondere Aufmerksamkeit erregt.

Layday (Mittwoch).
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Nach drei Tagen und sechs Rennen in diesem Still waren wir alle fix undfertig. Ok, dies ist eine WM mit vielen nahmen haften Teilnehmern die alle wußten was sie taten, aber das hier war für alle was Besonderes. Der Restday konnte tatsächlich als solcher genutzt werden weil der Wind so zuverlässig und berechenbar ist. Dieser Tag begann allerdings mit Sonnenschein und ich war echt froh, dass ich nicht segeln musste. Ich hatte die saublöde Idee mir ein Fahrrad zu mieten, und nach einer halben Stundehabe ich es reumütig zurück geschoben. Meine Oberschenkel brannten und undfühlten sich an wie aus Stein. Viel besser war da die Stadterkundung mit dem Cable Car. San Francisco ist wirklich eine faszinierende Stadt und wäre alleine schon eine Reise wert gewesen.

Nach dem Layday (Tag vier bis sechs). Irgendwie war ja klar was kommen musste, nur überstieg das meine Vorstellungskraft. Mittlerweile hat sich die Tide so verschoben das wir mit der Strömung gegen den Wind starten würden. Selbst bei 6 - 7Windstärken war es schwierig nicht über die Startlinie getrieben zu werden, aber alle Teilnehmer beherrschten diese Spielart. Und natürlich wurde die Welle sehr hoch und steil, und der Wind entsprechend stärker. Im zehnten Rennen haben die das Luvfass direkt unter die Golden Gate Brücke gelegt weil sich am Vortag ein Teilnehmer beim Debriefing darüber beschwert hat, dass das Rennen mit 40 min zu kurz ist (was für ein Vollidi....). Ich glaube das war die absolute Krönung. Das Wasser kochte, die Wellen kamen aus allen Richtungen und es wurden 28 kn Wind gemessen. Dazu kamen noch die drei bis vier Knoten Strom. Wie man bei den Bedingungen sein Boot beherrscht? - Gar nicht, man viert erst den Kicker, dann die Schot und fährt den Kurs bei dem man nicht kentert - egal wohin- und hofft das alles gut geht.... Das schöne am letzten Tag war, das die Konkurrenten mittlerweile alle komplett am Ende ihrer Kräfte waren, das schlechte war, das es mir nicht besser ging. Und musste dieser Tagausgerechnet mit Sonnenschein beginnen? (Der blanke Horror)

Bilanz
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Die haben tagsächlich alle 12 Rennen an 6 Tagen durchgezogen, so wieausgeschrieben. San Francisco ist seinem Ruf voll gerecht geworden und ichbewundere die Menschen die hier Segeln. Die Regattaleitung war vorbildlich und hoch professionell. Ich persönlich habe das Boot "nur" auf zwei von vierundzwanzig Vormwindgängen geschmissen, vier Wenden verbockt ( 2 x kentern & 2 x rückwärtstreiben), eine von sechs Halsen vergeigt, und bin einmal beim anluven am Leefass gekentert (Kicker zu dicht, passiert mir auch kein zweites Mal). Immerhin bin ich auf Platz 35 von 54 gelandet, und das bei einem sehr selektiven Feld. Hätte ich besser abschneiden können? Ein paar Plätze vieleicht, aber prinzipiell bin ich da gelandet wo ich hin gehöre.

Fazit Ein Oberaffentittenschweinegeiles Event das ich nicht missen möchte und an das ich mich noch lange Erinnern werde.

Bericht von .

Link: www.sflaserworlds.com

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