Winterregatta in Hoorn...
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Das Jahr ist erst 11 Tage jung und schon gibt es eine Hiobsbotschaft: Das Win-teransegeln in Ophoven fällt aus. Nachdem in den vergangenen Jahren regel-mäßig eine mehr oder weniger große Schar von Seglern am 2. Januarwochen-ende nach Belgien pilgerte, um dort die Segelsaison auf Falk-Jollen zu eröffnen, trifft mich die Nachricht von der Absage wie ein Hammerschlag. Kaum wird eine Sache zur Tradition, fällt sie auf einmal aus und das, weil wir einen Winter erle-ben, wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Wir würden ja segeln, wenn nicht die Maas-Seen von einer dicken Eisschicht überzogen wären. Die Temperatur hat in den vergangenen Jahren wirklich keine Rolle gespielt. Es gab immer genug wärmende Getränke und warme Decken, die wir über unsere Beine legen konnten - aber diese Regatta ausfallen lassen?

Doch weil dieser Sonntag nun mal mit einer Reise in ein Nachbarland verplant war, bleiben zumindest Volker, Petra und ich uns treu und fahren nach Hoorn, wo unsere Vereinsyacht ´Filou´ den Winter im eisigen Wasser liegend verbringt. Der Liegeplatz ist günstiger, als ein Winterlagerplatz und man hat den unschlagbaren Vorteil, dass es in Hoorn eine Menge Segelverrückter gibt, die auch im Winter nicht auf Regattafeeling verzichten können. So wird unser Vereinsschiff auch in der kalten Jahreszeit bewegt, besucht und repariert. Wie der ´Zufall´ es will, hat es bei der letzten Winterregatta den Baum der Filou ein wenig verzogen - war wohl ein Materialfehler - und so nutzen wir die Gelegenheit für einen Trip dorthin, um den Baum nach Kaarst zu bringen. Volker hat schon ein Ersatz Alurohr gekauft und braucht jetzt den geknickten Baum, um die Beschläge ab zu montieren.

Es ist ein sonniger und Kalter Januarmorgen, als wir uns in der Frühe auf den Weg machen. Wir fahren den kleinen Umweg über Lelystad, um nach zu sehen, ob das Ijsselmeer oder zumindest das Markermeer zugefroren sind. Und tatsächlich ist auf dem flacheren Marker Meer eine geschlossene Eisdecke zu erkennen. Das Ijsselmeer ist noch nicht komplett zu. Wir sind sehr gespannt, wie es wohl in Hoorn aussieht.

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Wir sind gegen halb 11 dort und staunen nicht schlecht, als wir im Yachthafen fast alle Boxen mit Booten bestückt antreffen. Kaum einer hat seine Yacht aus dem Wasser geholt und nun liegen alle Schiffe von einem dicken Eispanzer umgeben völlig bewegungslos in ihrem Element. Es scheint den Yachten nichts anzuhaben, weil das Eis sie nur ein wenig anhebt aber sie eben nicht erdrückt.

Wir treffen auf den sehr agilen Hafenmeister und der erklärt uns, dass heute statt der geplanten Winterregatta ein zur offiziellen Wintersegelmeisterschaft zählen-der Wettbewerb statt findet. Und da wir eben nicht segeln können, hat er
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auf dem mehr als 15cm dicken Eis zwischen den Boxengassen einen Parcours auf-gebaut. Auf 2 gleich langen Eisbahnen sollen die Regattateilnehmer - mit 2 Stahlgestellen, die nur entfernt aussehen, wie Schlitten und jeweils 2 Eispickeln, mit denen man sich mitsamt dem Schlitten auf dem Eis nach vorne schieben soll - ihren Sieger ermitteln. Das klingt verrückt aber wenn es mit zur Meisterschaft zählt, müssen wir da unbedingt mit machen.

Noch ist ein wenig Zeit und wir vertreten uns die Beine mitten im Hafen von Hoorn. Anfangs trauen wir uns nicht so recht aufs Glatteis aber als immer mehr Holländer mit Schlittschuhen und Wanderer das Eis betreten, fassen wir Ver-trauen und schliddern ebenfalls auf der geschlossenen Eisdecke herum - wenn-gleich sie hin und wieder ein verdächtiges Knacken verlauten lässt.

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Für 13 Uhr ist der Start der ´Regatta´ angesetzt. In der Zwischenzeit haben die emsigen Holländer für Volksfeststimmung gesorgt. Eine Musikanlage trällert unüberhörbar alpenländische Rumtatamusik übers Eis und ein Glühweinstand heizt die Gemüter zusätzlich auf. Die Wettfahrt ist eine große Gaudi und es haben sich in 3 Klassen (Männer, Frauen und Kinder) mehr als 40 Teilnehmer in die Listen eingeschrieben.

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Auch Petra, Volker und ich versuchen unser Glück. Schließlich müssen wir versu-chen, unsere Vereinsfarben hoch zu halten. Aber das Ganze entpuppt sich als technisch sehr anspruchsvoll und so scheitern wir schon recht schnell an man-gelnder Kraft, Technik und Ausdauer. Doch letztlich zählt hier vor allem der Spaß und Volker und ich zieren später sogar das Hoorner Tageblatt, in dem die Regatta ebenfalls Erwähnung findet.

Gut gelaunt treten wir - mitsamt dem verbogenen Baum - die Heimfahrt an und machen wiederum auf dem Deich zwischen Lelystad und Enkhuizen eine kleine Fotopause, um den tollen Sonnenuntergang zu beobachten und die bizarren Eisformationen auf dem Markermeer genauer in Augenschein zu nehmen.



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