Griechenland, ach Griechenland 2011
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An den Küsten des Lichts, im Land der Mythen und Legenden

Nach umfangreicher Vorbereitung durch die bewährte Hand von Ulli Westermann, kamen drei Crews zusammen, um die nördlichen Sporaden anzusteuern. Die Inselgruppe, östlich der Halbinsel Pilion, besteht aus insgesamt 135 Inseln, Inselchen, unbewohnten Eilanden und einfach nur Felsen. Die in einer Reihe liegenden Hauptinseln Skiatos, Skopelos, Alonissos, weit im Norden die kleinere Kyra Panagia und ganz im Süden Skiros. Nicht umsonst nennt man sie auch "Die Verstreuten".

Air Berlin brachte uns am 20. Mai 2011 via Nürnberg zum Provinz-Flughafen von Nea Aghialos. Nach gut zweieinhalb Stunden Fahrt, voller Erwartung und in bester Stimmung wurde die Charterbasis in Mavri Petra erreicht.

Die Skipper Sven Isernhagen, Bernd Ungermanns, Ulli Westermann und ihre "Co's" machten sich an die Prüfung und Übernahme der drei Sunsail's 43. Die Boote waren in erfreulich gutem Zustand. Rasch wurde sich häuslich eingerichtet, um sich danach zu einem ersten Umtrunk zu treffen.

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Nach kurzer, erster Nacht an Bord, hieß es endlich "Leinen los". Mit den ersten Schlägen unter Segeln kam dann bei strahlend blauem Himmel und 25 Grad die richtige Urlaubsstimmung auf. Das erste Etappenziel war Oreoi auf der Insel Eu-böa. Dort wurden die Einkäufe für die ersten Tage getätigt.

Tags darauf lag bei mäßigem Wind Kurs Skiatos an. In der piniengesäumten Bucht von Koukounaries fielen die Anker. Ein Strand mit kristallklarem Wasser, lauwarmen Wind und goldenem Sand, einfach wunderbar diese Bucht! Auch ge-badet wurde hier ausgiebig. Wir fühlten uns nicht wohl, sondern sauwohl!

Bereits vor Törnbeginn waren die Crews sich einig, wie die leiblichen Bedürfnisse zu befriedigen wären: Ein Tag an Bord verpflegen, ein Tag an Land essen gehen. Auf einigen Booten wurde für Einkäufe viel Zeit und Mühe investiert, um später sich in der Pantry zu beweisen. Auf den bekannten Camping-Primitiv-Herden an Bord wurde gezaubert, gebruzzelt, geköchelt, gebacken, manchmal auch "brikettiert" was das Zeug so hergab. Alle Achtung vor der Kreativität, dem Fleiß und Können der ausführenden Mannschaften.

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Wieder ein herrlicher Tag auf See. Mit gutem Halbwind, so um die 3 + Beaufort, wurde nach gut 20 sm auf Skopelos im Hafen von Agnontas mit seiner hervorra-genden Fischtaverne sorgfältig gesichert festgemacht. Ganz wichtig, da sich nachts ein unangenehmer Schwell bemerkbar machte. Wie meistens hier in Grie-chenland mit Buganker römisch-katholisch (warum heißt das eigentlich so, hm?). Ein Hafentag wurde eingelegt und per Bus Skopelos-Stadt besucht. Geschlendert wurde vorbei an unübersehbaren Stuhlreihen der Restaurants, Cafes und Tavernen der Hafenpromenade in die pitoreske Altstadt. Nach getätigten Einkäufen traf man sich dann ermattet zu einem Filterkaffee.

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Wieder auf See empfing uns eine gute Brise. Sanft neigt sich unser Boot nach Lee und macht gute Fahrt entlang der dichtbewaldeten Bilderbuchküste von Skopelos. Ganz anders hier im Sommer, wenn tagsüber der gefürchtete Meltemi mit 5-6 bf aus Nord-Nord-Ost bläst und die Kirchenglocken läuten läßt.

Schlagartig war es auch bei uns vorbei mit der Schwachwindträumerei: Auf dem Weg nach Patitiri auf Alonnisos blies ein mächtiger Nord-West mit Düseneffekt zwischen den fast senkrecht aufsteigenden Felswänden. Rettungswesten und Lifebelts anlegen und immer schön festhalten! In den Böen mußte gut gegenge-halten werden. Leider hatte das Boot keinen Traveler, mit dem etwas mehr Stabili-tät erreicht worden wär. So mußte die Großschot ständig in Bewegung bleiben. Es kam keine Langeweile auf und der Abend wurde an Bord mit köstlichen Speisen und mehr als einem Glas Rotwein und Ouzo beschlossen. Es gab viel zu erzählen und es wurde herzlich gelacht.

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Tags darauf trennten sich die Boote, die Crew von Sven verabschiedete sich nach Skiros, während die anderen rund um Alonnisos segelten. Der Hafen von Linaria auf Skiros, der südlichsten und zugleich größten Insel der Sporaden, wurde bei schwachwindigem Vorwindkurs, teils auch mit Maschinenhilfe, nach gut 35 sm erreicht. Neben dem Fährenanleger, vor einem modernen Rettungskreuzer wurde festgemacht. Und das gleich doppelt gesichert, da ein Hafentag eingeplant war und die große Skiros-Fähre zweimal täglich mächtiges Schraubenwasser erzeugte.

Hektisches Gewusel brach in dem sonst so verträumten Dörfchen aus, als die "Achilleas" einlief. Erstaunlich, was alles so ein Ereignis bewirkt. Kaum war die Fähre mit dem letzten Sirenensignal hinter der Mole verschwunden, schlossen viele Geschäfte und Restaurants, es machte sich wieder eine paradiesische Ruhe breit, als hätte nie etwas stattgefunden.

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Ein herrlicher Wander- und Badetag schloss sich für die Crew in der menschen-leeren Bucht von Kalamitsa an: Erfrischendes, kristallklares Wasser, himmlische Stille, eine leere schilfgedeckte Robinsonhütte von anno tobac, kaum ein Mensch weit und breit. Per Taxi wurde später Skiros-Stadt besucht und zu Fuß die Inselhauptstadt erkundet. Unterhalb des mächtigen Kastro's das Labyrinth der Altstadt mit verwinkelten Gassen, Treppchen rauf und runter, mit von Feigenbäumen beschatteten Innenhöfen, weiß getünchter Fassaden mit üppig blühenden Bougainvilleen und Pilatusbäumchen: Ein Erlebnis! Im Ortszentrum, am Markt- und Rathausplatz tauchte man ein in das griechische Inselleben. Der Abend wurde mit Gyros, Souvlaki und Moussaka beschlossen. Skiros machte einen vom Tourismus noch nicht allzu strapazierten Eindruck auf uns: Karger Süden, grüner Norden, traumhafte Strände, einsame Ankerplätze, ein abwechslungsreiches Eiland, wo alles etwas geruhsamer abläuft.

Es ging zurück nach Skopelos. Gemächlich zog das Boot seinen Kurs, allmählich entschleunigte man sich wieder. Der Motor half über die ein oder andere Flaute. Der Himmel bewölkte sich etwas, ein frischer werdende Seewind war etwas kühler und am Horizont zeigten sich über Euböa drohende Gewitterwolken, die uns aber nicht erreichten. An der Hafenmole wurden wir freudig von den Mannschaften der dort bereits festliegenden Boote unserer Flottille begrüßt. An diesem Abend erfreute Volker Brinkmann seine Mannschaft u.a. mit einer phantastischen Fischpfanne. Klasse, Volker!

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Das nächste Ziel war das unbewohnte Ziegen-Eiland Kyra Panagia. Auf dem Schlag hierhin wurde eine der tiefsten Stellen der Ägäis überquert. Ganze 1600 Meter Wassertiefe sagte die Karte, ups! Entlang der Westküste von Kyra Panagia wurde die einsame Bucht von Ormos Limin Planitis angesteuert. Früher ein Piratenversteck, heute bietet die große Doppelbucht paradiesische Ankermöglichkeiten, die nur durch eine schmale Einfahrt erreicht werden kann. Am späten Abend über uns ein schier unendlich weiter Sternenteppich am tiefschwarzen Nachthimmel, man wird ganz still. Am nächsten Morgen wurde per Dingi die nähere Uferzone und deren Höhlen, Grotten und riesigen, erkalteten Lavablasen erkundet.

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Anfangs unter Maschine, später dann mit auffrischendem guten Segelwind wurde die Süd-Ostküste von Alonnisos bei Steni Vala erreicht. Im Päckchen lagen unsere drei Boote in einer dichtbewaldeten Bucht. Ausgiebig wurde gebadet, um anschließend, nach einem Spaziergang an Land die griechische Küche in einer Taverne zu erforschen. Man sitzt auf unbequemen Stühlen, Mutter kocht, Tochter serviert und Oma zählt das Geld. Ob Lammbraten, Tintenfischsalat oder Gyros, alles sehr lecker und auch gut bezahlbar.

Ein langer Schlag lag vor uns: Skiatos-Stadt war als Ziel ausgemacht. Gedacht war im Windschatten der nördlich liegenden Inseln einen geruhsamen Seetag zu verbringen. Das wurde dann aber anders. Heftige Fallwinde schüttelten das Boot, und das einige Seemeilen lang. Wir machten mit vollem Tuch knapp 8,5 Knoten Fahrt: einfach Klasse! Ein wenig Regattafeeling kam auf. Plötzlich und unerwartet, von einem zum anderen Meter war der Wind weg und es mußte sogar der Jockel angeworfen werden. Letztlich tranken wir unseren Anleger, als Ulli und Bernd mit ihren Booten einen Platz in unserer Nähe suchten. Ein herrlicher Segeltag, mal richtig Speed gesegelt und dabei auch gute Höhe gelaufen, super!

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Beeindruckend die Einfahrt in den Stadthafen von Skiatos! Ein prachtvoller Mastenwald, Segelboote, teure Yachten im Hafen, die aus dem Abba-Film "Mam-ma mia" bekannte Bourtzi-Halbinsel, schneeweiße, rot bedachte Häuser, die an sanft ansteigenden Hügel gebaut sind. Und dahinter die herrlich begrünten Berge. Eine wunderbare Optik!

Aus der Nähe allerdings: Eine schier unüberschaubare Menge an Bars, Souvenierlädchen, Cafés, Restaurants, Tavernen, Souvlakibuden reihen sich aneinander. Skiatos-Stadt zu beschreiben ist nicht leicht, kurzum gesagt: jung, lässig, laut, an- und aufregend, sexy, multikulti, hekisch, ausgelassen, wenig griechisch, dafür oft verry british.

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Nach eingehender, meist individueller Stadtbesichtigung traf man sich "ganz un-gewollt" nicht im, sondern vor dem "Amfilki", einer urigen und rappelvollen Stra-ßenkneipe mit Oma in der Küche, Opa an der Musik, mit trüber Lampionbeleuchtung, Holzstühlen auf Kopfsteinpflaster rund um eine riesige Platane. Ein Paradebeispiel der Marktwirtschaft: Mit geringstem Aufwand größten Gewinn machen, toll! Alle hatten Spaß bei Livemusik, Bouzouki und Sirtaki, der Rezina und der Ouzo flossen in Strömen. Letzteres bewirkte bei einigen unserer Sailers am nächsten Tag noch für Sprach- und Sehstörungen ("eijs-okeii"). Auch egal, sie waren schon Klasse, diese griechischen Momente.

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Mit dem Mietauto wurde das Inselinnere erkundet. In friedlicher Umgebung an Hügel geschmiegt, liegt das frisch renovierte, Ende des 18. Jahrhunderts erbaute Kloster Moni Evangelistria, sehr sehenswert. Ganz im Norden, auf einer steilen Klippe, wird der Kastrofelsen erreicht. Im Mittelalter soll sich hier der Hauptort der Insel befunden haben. Gut sichtbar sind noch die Grundmauern der eng an eng gebauten Häuser der Urbewohner. Eine tolle Rundumsicht aus 120 Meter Höhe entlohnt den strapaziösen Aufstieg auf Ziegenpfaden durch Gestrüpp und Geröll. Nach der Rückkehr ging der Abend in einem guten Restaurant abseits des übli-chen Rummels bei hervorragender einheimischer Küche zu Ende.

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Vor uns lagen die beiden letzten Tage. Der Abschied von Skiatos war kurz. Die Insel zeigte sich noch einmal in voller Pracht von ihrer Schokoladenseite, sie wird uns in ihrer Vielfältigkeit in guter Erinnerung bleiben.

Bei strahlendem Sonnenschein, allerdings mäßigem Schwachwind, war das vor-letzte Ziel der Hafen von Pigadi auf dem griechischen Festland. Fischerboote be-legten den von uns angedachten Liegeplatz, worauf wir um einen Felsen herum in eine flache Bucht fuhren und dort die Anker in die glasklare Fluten warfen. Mit Dingi ging's an Land, wir wollten mehr über diese kleine Marina Pigadi erfahren. Viel los war hier allerdings wenig und man wartete offenbar auf den Saisonstart. Zurück an Bord, langsam und etwas wehmütig schipperten wir der Endstation dieser erlebnisreichen Reise entgegen.

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Alles hat ein Ende . . . , und dieser Törn hatte auch wirklich nur eines. Und das war der Ausgangshafen Milina auf Pilion. Wir hatten den Kreis geschlossen. Pa-cken, ausklarieren, Bootsabnahme, noch einmal in das glasklare Wasser sprin-gen, warten auf den Bus, der uns wieder zum Airport bei Volos brachte.

Griechenland, es war schön bei dir, der ein oder andere wird sicher wieder-kommen. Auch, damit es dir irgendwann einmal wieder besser geht.

Zum Schluss: Ein ganz großes Dankeschön an alle Planer, Vordenker und Ma-cher dieses wunderschönen Segelerlebnisses. Vor allem den Skippern und ihren Co's. Ihr ward alle sehr umsichtig, verständnis- und rücksichtsvoll, hilfreich, konsequent, kommunikativ und stets jeder Situation gewachsen. D a n k e !

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Das Resümeé:

Die Boote, 43er Sunsails, der Charterfirma Master Yachting, waren nicht älter als drei Jahre, technisch gut und umfangreich ausgestattet und im gepflegten Zu-stand. Das Preis-Leistungsverhältnis stimmte absolut und mit zzgl. ca. 300 EUR Bordkasse pro Nase war man für zwei Wochen auch gut bedient.

Die nördlichen Sporaden sind ein herrliches Segelrevier, besonders im Frühjahr und im Herbst mit schwachem bis mittleren Segelwind. Navigatorisch ist das Re-vier wenig anspruchsvoll, wenngleich Auflagen des Naturschutzes zwingend be-achtet werden müssen. Andersfalls Prozess am Hals!

Häfen und Ankerplätze sind meist gebührenfrei. Dafür kein Landstrom, Frischwasser nur auf Bestellung per Tankwagen, nirgends Schwarzwasserentsorgung.

Bericht von .



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