"Filou" rund England 2007
4. Etappe: von Southampton nach Workum

Anreise
Freitag 08.06.2007
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Petra, Heinz, Frank und ich fahren von Lüttenglehn Richtung Calais. Arndt hatte führ uns einen Van gemietet und auch schon die Fähre gebucht. Volker und seine Crew sollten dann die Heimreise von Southampton damit antreten. Wir fahren durch die Nacht, machen zwischendurch eine Pause, gehen in Calais noch mal tanken und erreichen, da wir gut durchgekommen sind, das Fährterminal viel früher als erwartet. Wir setzen dann mit einer früheren Fähre nach Dover über und schauen uns bei der Ankunft schon einmal eines unserer Etappenziele an. Weiter geht's über den Motorway Richtung Southamptom (Achtung Links Fahren!). Die Reise entlang Englands Südküste verläuft unproblematisch. Wir erreichen den Liegeplatz der Filou in der Ocean Village Marina am frühen Morgen.

Samstag 09.06.2007
Ein verschlafener Rolf Klapwijk kommt uns mit einer Tasse Kaffee entgegen und wundert sich, dass wir schon da sind. Nach und nach kommt die Crew der dritten Etappe an Deck. Wir bekommen eine Tasse Kaffe spendiert und erfahren Einzelheiten über den Verlauf des dritten Törnabschnitts. Ich einige mich mit Volker, die Übergabe der Filou am frühen Nachmittag durchzuführen. Zeit für uns, das Schiff zu verlassen, damit wir die Besatzung nicht vom Räumen und Säubern abhalten. Wir gehen Richtung Innenstadt, bummeln durch Parks und schlendern an Geschäften vorbei. Gegen 14.00 Uhr sind wir in der Ocean Marina zurück. Wir helfen Volker und seiner Crew noch beim Packen in den Van und wünschen gute Rückreise. Jetzt haben wir Zeit, unser Gepäck und die mitgebrachten Lebensmittel zu verstauen und uns bei dieser Gelegenheit mit der Filou vertraut zu machen, da es für die meisten der Crew die erste Begegnung mit dem Schiff ist.

Southampton - Cowes /Isle of Wight
Sonntag 10.06.2007
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Nach ausgiebigem Frühstück wollen wir dann mal unseren Törn zurück nach Workum mit einem kleinen Schlag nach Cowes starten. Wir verlassen die Marina und fahren unter Motor den River Itchen herunter. An der Tonne Calshot setzen wir die Genua und segeln entlang der Betonnung des Thorn Channels. Spätestens jetzt ist uns klar, warum der Solent das englische Segel-Mekka ist. Eine solche Ansammlung von Bootsklassen, die zur gleichen Zeit Regatta fahren, ist mir bis jetzt noch nicht untergekommen. Man hat fast den Eindruck, dass man trockenen Fußes den Solent zur Isle of Wight überqueren kann. An Tonne Cowes No. 1 bergen wir die Genua und fahren unter Motor bis zu Shepards Wharf Marina. Dort machen wir um 15.30 fest.

Beim anschließenden Landgang sehen wir von der Uferpromenade die Queen Elisabeth II wie sie den Solent auf ihrer Reise nach New York verlässt. Zurück auf der Filou wird gekocht, lecker gegessen und wir besprechen den Ablauf des morgigen Tages.

Cowes - Brighton
Montag 11.06.2007
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09.00 Uhr. Wir verlassen die Marina mit Ziel Brighton. Vorbei an herrschaftlichen Häusern und an Kreidefelsen geht es entlang der englischen Südküste Richtung Brighton. Ein paar Fog-Patches geben mir schon mal die Gelegenheit mit dem neu eingebauten AIS-Empfänger zu üben. Um 20.00 Uhr erreichen wir Brighton Marina. Nach dem Essen und dem Blick in den Reeds stellen wir fest, dass die Nacht kurz werden wird.

Brighton - Dover
Dienstag 12.06.2007
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05.00 Uhr Aufstehen, Frühstücken. 05.45 Leinen Los.
Heutiges Etappenziel Dover. Zuerst haben wir auf der Fahrt noch gute Sicht bis uns der Nebel, der England ja immer nachgesagt wird, erreicht. Von jetzt auf gleich sehen wir nichts mehr. Mit der Hilfe des GPS und AIS schleichen wir entlang der Inshore Traffic Zone Richtung Osten. Als der Wind stärker wird reißt der Nebel auf und wir sehen endlich wieder wohin wir segeln. Gegen 18.00 Uhr stehen wir an der südlichen Hafeneinfahrt von Dover. Dort setzt schon erheblich Strom quer zur Einfahrt. Wir erhalten die Erlaubnis in den Hafen einzufahren. Um 19.00 Uhr liegen wir fest. Bei einem Bier lassen wir den Tag ausklingen.

Dover
Mittwoch 13.06.2007
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Der Blick den Niedergang heraus auf die Kreidefelsen von Dover verheißt einen schönen sonnigen Tag. Wir frühstücken ausgiebig und die Besatzung wundert sich über mein ständig klingelndes Handy. Hätte man mal auf die Crewdaten im Logbuch geschaut...

Nach dem Abwasch geht es in die Stadt. Wir wollen uns unbedingt die Stadt und das Castle anschauen. Ablegen wollen wir erst am Nachmittag. Als wir oben auf Dover Castle angelangt sind ist die Sicht schon so bescheiden, dass wir das mit der Überfahrt auf den Kontinent für heute vergessen können. Das Castle und die War Tunnels sind aber so interessant, das keiner böse über den Zwangsaufenthalt ist. Vor allem die geschauspielte und durch Filmdokumente aufgepeppte Führung durch die Tunnel, die den Alliierten nicht nur während des 2.Weltkriegs als Quartier und Lazarett dienten ist höchst spannend. Als wir wieder zurück zum Hafen gehen, können wir vom Castle aus den Hafen nicht einmal mehr sehen.

Dover - Dunkerque
Donnerstag 14.06.2007
Nach dem täglichen Motorcheck verlassen wir um 09.00 Uhr Dover. Port Control erlaubt uns die Ausfahrt aus der nördlichen Hafenausfahrt. Bei mäßiger Sicht und südöstlichem Wind der Stärke 0 bis 1 überqueren wir unter Maschine das Verkehrstrennungsgebiet Richtung Dunkerque. Gegen 15.00 Uhr kommt der Wind etwas stärker und wir können noch ein bisschen segeln. Um 17.40 machen wir im Port du Grand Large fest.

Dunkerque - Zeebrugge
Freitag 15.06.2007
Heute soll der Wind aus Süd mit einer Stärke um 5 blasen.
Wir wollen die Arbeitsfock ausprobieren und ziehen sie noch am Liegeplatz auf. Um 11.30 verlassen wir Dunkerque. Entlang der Küste fahren wir zum Etappenziel Zeebrugge. Auch diesmal ist der Wind uns nicht holt. Um 14.00 Uhr schläft er wieder komplett ein. Also schon wieder Motorboot fahren. 19.00 Uhr machen wir in Zeebrugge Leinen fest.

Zeebrugge - Stellendam
Samstag 16.06.2007
Der Himmel ist bedeckt. Wir haben Wind und verlassen unter Segel um 10.00 Uhr Zeebrugge. Endlich mal wieder einen kompletten Tag segeln! Trotz mehrerer Regenschauern war es ein netter Segeltag. Um 19.00 Uhr starten wir den Motor, bergen die Segel und fahren das Fahrwasser Stellendam entlang zur Schleuse, die wir um 20.45 hinter uns bringen. Um 21.00 machen wir im Yachthafen fest.
Die Wetterberichte sagen für den morgigen Tag wieder Flaute voraus. Wenn wir schon Motorboot fahren müssen, dann schauen wir uns mal die Vorgärten und Gärten entlang der Staande Mastroute an.

Stellendam - Algerabrug (Rotterdam)
Sonntag 17.06.2007
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In Holland ist Vatertag. Der Marinestore und die Tankstelle öffnen eine halbe Stunde später (Die halbe Stunde soll uns noch den ganzen Tag verfolgen). Auf der Filou ist kein Almanach zu finden. Also warten bis der Shop aufmacht. Schnell einen Almanach gekauft, getankt und gegen 11.00 verlassen wir Stellendam. Entgegen den Aussagen des Wetterberichts können wir segeln. Dadurch, dass wir so spät losgekommen sind, schließt die Haringvlietbrug knapp vor uns und wir müssen eine ganze Stunde warten. Dann weiter. An Strijensas vorbei ins Dordtsche Kil. Wieder zwingt uns unsere Verspätung vor einer Brücke zu einer Stunde Wartezeit. Wir verpassen die letzte Öffnung der Algerabrug und müssen vor ihr übernachten.

Algerabrug (Rotterdam)-Nieuwe Meersluis (Amsterdam)
Montag 18.06.2007
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Mit der ersten Öffnung setzen wir um 06.00 Uhr morgens unsere Fahrt fort. Auf den engen Kanälen haben wir dann eine Begegnung mit einer Motor-Yacht der etwas grös-seren Klasse.
Begleitet von 2 Schleppern schiebt sich die Yacht an den Häusern vorbei. Im Revier um den Heimathafen George Town ist sie vermutlich besser aufgehoben. Wir fahren durch das Braassemer und müssen uns nun entscheiden, links herum und die Harlemfahrt nehmen oder rechts, die Nachtfahrt durch Amsterdam machen. Wir entscheiden uns für die Haarlemfahrt und erreichen die Autobahnbrücke bei Sassenheim 3 Minuten zu spät. Wir sehen noch wie sie schließt. Da wir jetzt lange warten müssten drehen wir und machen nun doch die Nachtfahrt durch Amsterdam. Die Fahrt geht am Flughafen Shipol vorbei und wir erreichen die Nieuwe Meersluis um 20.30. Wir bezahlen die Durchfahrtsgebühr, Essen noch etwas und legen uns dann bis Mitternacht noch mal eine Runde aufs Ohr.

Nieuwe Meersluis (Amsterdam) - Workum
Dienstag 19.06.2007
Um 00.50 setzt sich der Tross in Bewegung. Mit einer Segelyacht Amsterdam bei Nacht hat auch etwas. Den Nordzeekanal erreichen wir um 02.30, eine Stunde später haben wir die Oranjesluizen und die -brücke passiert. Entlang der Betonnung "Pampus", dann Richtung Nord, vorbei am Leuchtturm Marken fahren wir durch das Naviduct bei Enkhuizen, durch das Krabbersgat hinaus aufs Ijsselmeer. Wir genießen einen schönen sonnigen Morgen und erreichen den Yachthafen It Soal gegen 12.00 Uhr. Wir tanken, fahren auf unseren Liegeplatz. Jetzt erstmal zur Ruhe kommen und etwas essen. Monika will uns gegen 15.00 Uhr abholen. Wir räumen das Schiff leer und beginnen zu putzen. Zu guter letzt füllen wir noch Wasser auf. Gegen 15.30 Uhr endet der Törn "Mit der Filou rund England" schließlich.
Das Schiff hat alle Besatzungen wieder gesund und munter zurückgebracht, Schäden gab es keine und es hat allen Spaß gemacht (Habe jedenfalls nichts Gegenteiliges gehört).Da wir die letzten beiden Tage wenig geschlafen haben, verläuft die Rückfahrt nach Deutschland eher still.

Bericht von

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