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| Savona - Propriano |
Ein wunderbares Segeljahr liegt hinter uns. Von Mai 2002 an ist die Esmeralda unterwegs Richtung Griechenland. Zuerst ging es durch die Kanäle Belgiens und Frankreichs über Umwege (eine Geschichte für sich) zum Mittelmeer, da der Canal de l'Est gesperrt war.
Vorbei an den Küsten Südfrankreichs und Italiens, mit Abstechern nach Korsika, Sardinien, Sizilien rundeten wir den Stiefel und querten das Ionische Meer Richtung Griechenland. Am 2. September durchpflügte Esmeralda endlich die Gewässer unseres Ziellandes. Flauten und Gewitterstürme hatten uns oft an der Weiterfahrt gehindert, aber jetzt waren wir endlich da.
Auf unserer Strecke bis hierhin gab es nur wenige Ankerbuchten, so wurde die Bordkasse mit wenigen Ausnahmen durch hohe Hafengebühren stark belastet (Spitze 65,00 Euro auf Sizilien). Aber jetzt haben wir das Paradies. Es ist genau umgekehrt; wir können an einer Hand abzählen, wo wir in Griechenland Hafengebühren zahlen mussten. Es stimmt, Wasser und Strom sind hier in den Häfen keine Selbstverständlichkeit, aber wir haben inzwischen mehr Wassertanks (insges. 260 l) und ein Solarpaneel. Das deckt zwar auch gerade mal den zwingenden Strombedarf ab, aber wir sind unabhängig.
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Vom Ionischen Meer (Korfu, Paros, Lefkas) aus geht es durch den Kanal von Korinth zur Ostseite der Peleponnes und in die Kykladen (Kythnos, Seriphos, Paros, Sifnos, Milos).
Wir sind nicht die einzigen Segler, die sich auf den Weg nach Griechenland gemacht haben. Holländer, Belgier, Österreicher und natürlich auch unsere eignen Landsleute haben das gleiche Ziel. Jedes Mal ist die Freude groß, wenn man den einen oder anderen in einer Bucht oder einem Hafen wieder sieht. Erfahrungen werden ausgetauscht, Tipps gegeben.
Besonders groß war aber die Wiedersehensfreude, als wir per SMS den Tipp erhielten, dass Clubkameraden in den Kykladen waren. Sofort lösen wir auf Paros die Leinen und setzen Segel. Nachmittags sind wir auf Sifnos neben der Patroklos fest. Groß ist die Freude des Wiedersehens, allerdings mehr auf unserer Seite; fast alle KSC-ler leiden unter einer Magen- und Darm-Infektion und brauchen ihre Energie für den Widerstand gegen die bösartigen Erreger. Selbst der Admiral hat schlapp gemacht.
Von Milos aus ging es am 12. Oktober schon früh um 06.40 Uhr los Richtung Peleponnes. Eigentlich wollten wir noch früher starten, um vor Einbruch der Dunkelheit Hydra zu erreichen, aber die unsichere Wetterlage und von einer Stunde zur anderen in Aussicht gestellte neue Wetterberichte haben uns den Start mehrfach verschieben lassen. Auch Navtex gab nur Starkwindprognosen, die den gestrigen Tag betrafen.
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Bei SE 3-4 setzen wir die Segel. Unter Genua gibt es eine clubinterne Regatta, die die Mannschaft um Klaus Senglaub für sich entscheidet. Leider wird der Wind immer schwächer; und kurz vor 10.00 Uhr haben wir Flaute und starten den Motor. 10 sm läuft alles zu unserer Zufriedenheit; dann wird der Motor der Esmeralda immer lauter: kein Öldruck mehr, Motor abgestellt, Ruhe. Nie hätte ich geglaubt, dass so etwas mit einem Motorspezialisten an Bord passieren könnte.
Bevor wir überhaupt glauben können, was da gerade passiert ist, erreicht uns schon die Anfrage des aufmerksamen Flottenadmirals Ulli, der sehr schnell bemerkt hat, dass unsere Geschwindigkeit nachgelassen hat. Glück im Unglück: Wir sind in dieser Situation nicht allein! Bald ist eine Trosse übergeben und wir werden von Ptolemeus mit Skipper Markus Leuker abgeschleppt. Bei Flaute ist so ein Schleppverband auch völlig unproblematisch. Unsere Flaute ist aber die berühmte Flaute vor dem Sturm, denn bald wird es um uns herum dunkler und dunkler. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Überall um uns herum bilden sich Wasserhosen; ein faszinierender Anblick, aber auch ein lähmender. Irgendwann lese ich auf dem Windmesser 55 kn, ob es noch mehr waren, weiß ich nicht, man sitzt einfach da und ist erstarrt. Der Spuk dauert nicht lange (auch zum korrekten Messen der Zeit bin ich nicht locker genug). 10 Minuten, die endlos erscheinen! Noch 15 sm bis Hydra!
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Das Festmachen im Hafen von Hydra mit einem Schiff ohne Motor im Schlepp ist nicht einfach. Ende gut alles gut, heißt es aber schließlich. Der Wind setzt am nächsten Morgen quer zum Schiff und macht so das Ablegen nicht einfacher als das Anlegen. Dagegen war das Anlegemanöver in Ermioni geradezu ein Kinderspiel.
Bis Porto Heli haben uns Patroklos und Ptolemeus begleitet bzw. geschleppt.
Gute Seemannschaft sollte selbstverständlich sein; aber auch wenn unsere Retter ihre Hilfe als Selbstverständlichkeit darstellen, werden wir immer voller Dankbarkeit an sie denken; nicht auszudenken, wo wir ohne sie gelandet wären.
Nach einem Monat war unser Motor repariert und wieder eingebaut. Die Hafengebühren für diese Zeit betrugen genau € 28,81. Nicht auszudenken, wenn uns diese Panne in sizilianischen Gewässern zugestoßen wäre (30 x € 65,00 = € 1950,00).
Wir können gar nicht oft genug D A N K E sagen.
Die Crew der ESMERALDA
Christel und Erwin Beilstein
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