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Jetzt haben wir unsere erste große Etappe beendet - das Logbuch gibt 1020 Meilen insgesamt seit unserem Abschied in Düsseldorf. Wir sind am letzten Samstag in La Rochelle angekommen.
Boot und Crew sind wohlauf und Neptun und Rasmus haben sich gütig gezeigt und uns heil durch den Chenal du Four und vorbei an der Pointe du Raz segeln lassen. Aber davor haben wir eine faszinierde Zeit an der Nordküste der Bretagne erlebt. Manchmal wollten wir gar nicht weitersegeln in Richtung Süden.
Die Navigation in diesem Gebiet mit Felsen bespickt, starke Strömung und riesen Tidenhub ist sehr anspruchsvoll. Die meisten Häfen können nur bei Hochwasser ca. plus/minus 2 Stunden erreicht ( und auch verlassen ) werden, so dass eine gute Planung und ein wenig Glück dazu gehört. Aber man wird dann reichlich belohnt!
Die Orte wie Paimpol, Ile Brehat, Morlaix, und Ploumanach gehören zu den Schönsten, die wir bisher unter Segel erlebt haben. Bei gutem Wetter glaubt man irgendwo im Mittelmeer zu sein, obwohl die Küste gar nicht weit von der Nordsee entfernt ist.
Wir haben einmal auch erfahren was Strömung im Binnenbereich an der Küste bedeutet: Im Golf von Morbihan, wo die Strömungen mal eben 8-9 Knoten erreichen, sind wir zum Teil durchgeflutscht wie ein Zäpfchen. Konzentriert auf das Steuern oder Navigieren konnte man kaum die traumhafte Landschaft bewundern, so schnell raste alles vorbei. Nach Passieren der Engstellen haben wir in diesem Paradies den Anker geworfen und übernachtet.
Am nächsten Morgen haben wir uns dann wieder durch die Strömung aus dem Golf rausziehen lassen. Das Wasser brodelte wieder wie wild, vor uns drehte ein Boot eine Pirouette, ohne dass die Mannschaft etwas dagegen machen konnte, und flutsch waren wir wieder draußen, wo die schöne langgezogene Atlantikdünung dagegen wie eine Beruhigung wirkt.
An die Atlantikdünung haben wir uns gut gewöhnt, sie gefällt uns mittlerweile sehr gut und "Jonathan" nimmt die Wellen sehr weich. Nicht so wie auf dem Ijsselmeer oder der Nordsee.
Jetzt müssen wir uns an die Wärme gewöhnen. Boot und Crew waren ja bisher ehe nordisch eingestellt und unser Sturmsegel, das wir zum ersten Mal als Sonnensegel benutzt haben, soll nicht weiter so mißbraucht werden - wir kaufen Morgen ein Sonnensegel. Sonst ist es manchmal nicht auszuhalten in den Häfen.
Und jetzt haben wir eine Woche "Urlaub vom Meer" bei unseren Freunden in Angoulême ( Petra's alte Heimat ), dann geht's weiter in Richtung Süden nach Santander. Wir hoffen auf gutes Wetter für die Etappe über die Biskaya und wünschen Euch allen einen schönen Sommer, eine gute Zeit.
Bis bald ...
Peter und Petra
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