Eine Reise zurück in die Vergangenheit
Nein, unser Schiff war kein amerikanischer Flugzeugträger mit dem Namen USS Nimitz, der Skipper war nicht Commander Yelland alias Kirk Douglas und wir schrieben schon gar nicht den 7. Dezember 1941. Dennoch war uns der alte Filmklassiker "Der letzte Countdown" greifbar nah, fuhren wir doch in die europäische Geschichte bis hin zum Versailler Vertrag ins Jahr 1919 zurück. An dessen Folgen sollten wir auf unserer Reise regelmäßig erinnert werden. Aber alles der Reihe nach.

Irgendwann an einem düsteren Novembersonntag kramte ich mal wieder in meinen Seehandbüchern mit der Folge sofort einsetzender Reiselust. Nachdem Melanesien und die Marquesas wegen der "verfügbaren Mittel" als nächstes Reiseziel ausgeschieden waren, fiel die Wahl letztendlich auf die Ostsee.

Der Törn war gebucht
Eine Sportschule auf Rügen bot neben den üblichen Törns rund Fünen, Rügen und/oder Bornholm etwas nicht Alltägliche an, nämlich einen Törn von Rügen nach Litauen und zurück über die polnische Küste.

Die Internetseite versprach ganze 800 Seemeilen für nur 770 EURO in 14 Tagen. Da konnte man nicht meckern. Also her mit dem Anmeldeformular, ausgefüllt, eingetütet, Briefmarke drauf und ab in den gelben Kasten. Der Törn war gebucht.

Die Zeit von November 2002 bis Mai 2003 verging wie im Flug. Es kam der 24.5., der Samstag, an dem alles beginnen sollte. Ich fuhr aufgrund vieler unangenehmer Stau-Erfahrungen in der Nacht und hatte die 750 Kilometer um halb zehn Uhr morgens geschafft - ohne Probleme. Die Ziegelgrabenbrücke befand sich aus Sicht des Autofahrers auch in der "richtigen" Position, so dass der Fahrt über den Strelasund, vorbei an Bergen, über die Schaabe nach Breege nichts mehr im Wege stand.

Das Boot stand auch schon zur Verfügung. Es war eine Dufour 36/185 mit dem für die Ostsee überaus passenden Namen "Isla de coco". Im Verlauf der Reise zeigte sich leider, dass der französische Day-Sailer aufgrund seiner Gesamtkonzeption nicht für Langfahrten geeignet ist. Darüber hinaus war er vom Charterstress ziemlich zerschunden.

Jetzt geht's los Obwohl es schon um 14 Uhr losgehen sollte, war die Mannschaft erst gegen halb vier vollständig. Das war die Crew: Unser Skipper, Mitte 50, von Beruf Steuermann auf einem Kümo namens Lutz. Ein anderer war pensionierter Bauingeneur aus der Schweiz mit dem Namen Paul. Der nächste schrieb in seinem wahren Leben Bilanzen und nannte sich Peter. Der männliche Part unseres einzigen Paares an Bord war Manager bei einem Stuttgarter Automobil-Unternehmen (nein, nicht Zuffenhausen, nur Untertürkheim). Er hörte auf Rüdiger. Seine Freundin hieß Veronika. Sie fertigt in ihrem beruflichen Dasein orthopädische Hilfsmittel an. Und mich kennt ihr ja. Falls nicht, ich bin der Hans-Jürgen und versuche von meiner Planstelle bei der Gewerkschaft der Polizei aus, an der Gesetzgebung des Bundes in Sachen Verkehrspolitik mitzudrehen.

Jetzt gab' s Arbeit, denn die Charterbasis meldete, dass die Verpflegung eingetroffen sei. Wir bunkerten mit vereinten Kräften Essen und Getränke für 14 Tage. Nach dem Verstauen ging' s denn auch direkt auch los. Das erste Ziel war Langeort auf Hiddensee. Unser Skipper kannte dort eine "tolle" Kneipe, in der man ganz leckeren Fisch essen könnte. Damals (Törn mit Klaus Knittel - Oktober 1998) wie heute stand der selbe Hafenmeister auf dem Steg und nahm -ebenfalls wie damals- zunächst die Vorleine und wenige Minuten später viele Euros in Empfang. Er war allerdings baff erstaunt, keine Duschmarken verkaufen zu können, da ich noch einige von unserem Knitteltörn übrig hatte und nunmehr verteilte.

In der Kneipe irgendwo zwischen Dünen und halb verfallenen Häusern gab es tatsächlich leckeren Fisch, ich glaube es war Heilbutt mit Bratkartoffeln und daneben viel Weizenbier.

Muss Peter aussteigen?
Spät in der Nacht ging' s zum Boot zurück. Nach dem obligatorischen Absacker legten wir uns für's Erste zufrieden in die Kojen. Kurz nach 5 Uhr in der Früh fuhren wir mit kleiner Ruderwache Richtung Stralsund. Dann kam das Unerwartete. Peter beichtete. Er berichtete uns, dass er keinen Pass besäße, weil er der Auffassung war, ein Personalausweis würde ausreichen. Diese "Offenbarung des Peters" war so gewaltig, dass uns allen erst mal die Luft weg geblieben ist. Alle Überlegungen, Rückfragen, Anrufe, Gebete, Beschwörungen und Opfer (die wir reichlich erbrachten) nützten nichts. Ein Pass musste her - oder Peter steigt aus. Dieses wollten wir aber vermeiden. Also gab es nur eine Entscheidung: Anlaufen eines Hafens mit Passbehörde. Da nun unser Skipper ein gebürtiger Bürger unserer östlichen Bundesländer ist, dort zu DDR-Zeiten als Selbstständiger einen Segel-Zubehör-Laden sein eigen nennen durfte, vor langer Zeit im Olympia-Kader der DDR-Segler mitfuhr, eine "PM-19" besaß (Erlaubnis zum Segeln auf der Ostsee u.a.) und -noch heute- über alle "kaufmännischen" Fähigkeiten verfügt, die man einem Bewohner der neuen Länder mit solcher persönlicher Historie nachsagt, kam also nur eine Behörde in Frage, in der gewisse gewachsene Beziehungen noch funktionieren!

Diese wurde gefunden (der Name der Stadt ist mir entfallen). Der nächstgelegene Hafen war Altwarp, ein kleines Dorf auf der Südseite des Stettiner Haffs.

Demnach nahmen wir nach Passieren der Ziegelgrabenbrücke direkten Kurs auf Swinoujscie, das frühere Swinemünde. Am Nachmittag erreichten wir die Einfahrt zum Haff und legten mit Backbord an den Zollanleger an. Ein älterer Herr in der grauen Uniform des polnischen Zolls mit 4 silbernen Sternen erwartete uns bereits am Steg. Er war sehr freundlich. Die Pässe, bzw. der einzige Ausweis an Bord (der in Polen genügt) wanderten über den Tisch des Wachhäuschens und durch das Lesegerät. Die obligatorischen 2 Flaschen Bier wechselten den Besitzer und weiter ging die Fahrt hinein in die "Kaiser-Wilhelm-Fahrt", einem Kanal, den Wilhelm II gebaut hat und die Ostsee mit dem Stettiner Haff verbindet.

Jetzt ging' s mit dem Geschichtsunterricht so richtig los. Unser Skip zeigte uns einen Schuppen, in dem die deutsche Luftwaffe während des 2. Weltkrieges ihre U-Boot-Abwehr-Spezialflugzeuge geparkt hatte. Etwas weiter steuerbord sah man noch halb verrostete Schienen, auf denen seinerzeit Spezialwagen U-Boot-Torpedos von den dortigen Lagerräumen zu Tenderschiffen fuhren. Eine Meile weiter Backbord war dann das Überbleibsel einer kleinen U-Boot-Werft im dichten Röhricht zu erahnen. Die Polen haben die Anlagen nach dem Ende des "WK II" einfach sich selbst überlassen. Dieses Phänomen sollte uns fortan auf Schritt und Tritt begleiten.

Und weiter geht's
Unsere Fahrt ging auf dem Haff entlang der mit gelben Tonnen gekennzeichneten Grenze zwischen Polen und Deutschland, etwas weg vom direkten Weg nach Altwarp aber nicht ohne Grund. Denn etwa in der Mitte des Haffs liegt ein polnisches Zoll-Patroullienboot, an das auf Rufweite heranzufahren ist um sich dort zu melden. So steht es im Revierhandbuch sowie im Yachtpilot. Der Beamte an der Reling winkte uns zu und bedeutete, dass wir weiterfahren können. Wir waren schon längst über Behördenfunk angemeldet. Ein Verfahren, das uns noch sehr oft begegnete.

Gegen Viertel vor acht überfuhren wir wieder die deutsche Grenze und machten kurz danach in Altwarp fest. Nach einigen Festmacherbieren ging' s in die Kojen.

Wir schreiben Montag, den 26.5.2003. Es war 7 Uhr und es wurde geduscht. 50 Ct. für die Toilettentür, weitere 50 Ct. für die Duschraumtür und 1 Euro für die Dusche. Immerhin, die Anlage war sehr sauber und das warme Wasser floß reichlich. Skip und Peter waren per Auto zur Paßbehörde unterwegs und kamen nach 2 Stunden erfolgreich, also mit dem erforderlichen Dokument, zurück.

Um 10.30 Uhr wurde abgelegt. Die nächste Station war Trzebiez, das frühere Ziegenort. Dort wurde getankt und Proviant gebunkert. Ein junger Soldat überprüfte unsere Pässe im Computer, während sein Chef unbeeindruckt von dem Geschehen daneben saß und ungeniert ein Pornoheft der allerersten Güte las.

Nachdem alles erledigt war, ging' s übers Haff zurück in Richtung Ostsee, vorbei am obligatorischen Zollpostenboot der Polen, zu dem wir die ebenfalls obligatorischen Angaben, wer, wieviele, woher und wohin hinüber riefen. Wie bei der Hinfahrt standen am Ufer des Kanals in Abständen von etwa 20 Metern Graureiher Spalier. Sicherlich nicht wegen uns, sondern weil die Kerle Hunger hatten. Ehrlich gesagt: ein paar oben-ohne-Mädels waren auch dabei, was uns veranlasste, die Schönheit der polnischen Naturschutzgebiete um das Haff herum zu preisen.

Jetzt wird's ernst
Ein kurzes Auschecken in Swinoujscie und hinaus auf die Ostsee.
Jetzt wurde es ernst, denn ungefähr eine Kabellänge vor den Molenköpfen wurden die Segel gesetzt und der am ehesten mit unserem Generalkurs (90°) übereinstimmende und segelbare Kurs angelegt. Es waren ungefähr 55°.

Kurz nach 20.00 Uhr warfen wir den Motor an und nahmen die Segel runter. Der Wind war auf 1-2 Knoten (nachf. Kts.) zurück gegangen und hat über fast 60° geschralt. Ab 21.00 fuhren wir im 3-Stunden-Wachdienst zu 1 Mann je Schicht und 1 Frau überlappend. Der Skipper war nicht in den Wachdienst integriert. Er machte zunächst mal für etwa 1 Stunde Kartenarbeit mit einer russischen Karte, die eigentlich ins Museum gehörte, an der aber sein Herz hing, weil er sie vor grauer Vorzeit mal einem polnischen Fischer für eine Flasche Whiskey abgekauft hatte. Immerhin, das Wasser war auf der Karte an genau der selben Stelle eingezeichnet, wo es sich auch auf modernen Seekarten befindet. Die zeitliche Investition in die Kartenarbeit war durchaus berechtigt, denn wir mussten bis Litauen an mehreren militärischen Sperrgebieten der Polen und Russen vorbei fahren.

Kurz vor 21.00 verschwand die Sonne wie ein glutroter Ball hinter dem westlichen Horizont. Der Himmel war mit einem dünnen hohen Stratus und vereinzelten Cumulus-Wolken in der mittleren Etage bedeckt, der Wind war weg und der Skipper meinte, dass es heute Nacht kaum Nacht werden würde und wenn, dann höchstens für 2 Stunden. Er sollte recht behalten. Um 02.45 ein Schubs von Paul: "HJ, deine Wache". Also raus aus der Koje, noch einen Pullover zu dem bereits getragenen, Fleecejacke darüber, Wärmesocken , Ölzeug, Rettungsweste, Lifebelt an, Notlampe drum, Taschenlampe dran, Fernrohr um, Mütze drauf, Handschuhe an und raus. Es war bitter kalt !

Nichts als Wasser
Paul machte sich vom Acker, er war erst wieder um 6 dran. Um 3 kam Peter. Da er Steuerspezialist ist, wurde uns die Nacht nicht lang. Das Thema stand fest, Eichel hatte die A...karte. Um 04.35 Uhr ging die Sonne an einem wolkenfreien Osthorizont auf. Dieser Vorgang deutete sich bereits weit vor 02.00 Uhr in der Nacht an, weil die noch weit im Morgenland stehende Sonne die hohen Nacht-Kumuluswolken anstrahlte und diese mit einem zunächst blaßrosa, später blutroten Teint versah. Die Nacht verlief ohne Highlights. 2 Trawler in der Ferne, die zu ihren Fischgründen fuhren oder von dort kamen, mehr war nicht los.

Um 08.00 gab' s Frühstück. Paul hatte sich als Smut deklariert und machte seinen Job heute wie in den folgenden Tagen zu unser aller Zufriedenheit. Es gab Rührei an Brot neben Käsehäppchen, erweitert mit Edelkonfitüre aus polnischem Anbau. Dazu wurden Kaffee und Tee gereicht. Sankt Elmo, bei romanisch orientierten Seeleuten auch unter dem Pseudonym "Rasmus" bekannt, hatte seinen Teil bereits in der Nacht abbekommen - wir selbstverständlich auch.

Um 09.00 Uhr zeigte sich ein Patroullienboot der polnischen Marine an unserer Steuerbordseite. Wir waren in Höhe eines Schießübungsplatzes. Noch etwa 28 Stunden bis Klaipeda. Gegen 11.00 gab' s ein wenig Wind. Wir setzten Segel und machten zwischen 4,5 und 5,5 Kts. Fahrt durchs Wasser. Um 13.00 gab' s Bratwürste mit einer Soße Marke Self-made. Zum Nachtisch wurde gezuckerter Obstsalat, getränkt in Rum gereicht. Es war sehr lecker. Gegen 17.00 war der Wind wieder mal weg, die See spiegelglatt. Also runter mit den Lappen und Motor an. Die Wacheinteilung für die Nacht ist fertig. Peter und ich sind für die Hundswache eingeteilt. Pünktlich zur Geisterstunde übernehmen wir die Herrschaft über Schiff und Besatzung. Zuvor zeigte uns ein Blick in die Karte, dass weit und breit um uns herum nichts ist als Wasser. Die generelle Ausnahme bilden die Fischernetz-Flaggen, die zur Ostsee ebenso gehören, wie das Wasser zum Meer.

Dann doch: "Land in Sicht"
Diese Nacht war, wie die vorherige, wieder sehr hell. Gegen Norden war ein etwa fingerbreiter Streifen am Horizont zu erkennen. Er war das Gebiet der Mitternachtssonne, das sich in unseren Breiten so darstellt. Die Nacht verlief wieder ohne besondere Höhepunkte. Zwei Frachter, die uns von Ost nach West und von West nach Ost in etwa 1,5 Meilen passierten, waren alles.

Gegen 10.30 hieß es "Land in Sicht". Die 3 Gastanks, die sich von der Küstenlinie abhoben, signalisierten uns, dass wir in Richtung des Industriehafens von Klaipeda unterwegs waren.

Einfahrt zum Industriehafen Klaipeda kurz vor den Molenköpfen. Links hinten die 3 Gastanks, die sich schon bei "Land in Sicht" vom Horizont abheben.

Wir melden uns über Kanal 9 bei Klaipeda Traffic an. Der unbekannte Gegenüber bedankt sich höflich für die üblichen Informationen (wer, wieviel, woher, wohin und diesmal zusätzlich: Heimathafen). Kurz hinter den Molenköpfen erwartete uns ein Schnellboot des Militärs und bedeutete uns zu folgen. Die beiden Soldaten brachten uns zum Zollanleger.

Etwa 10 Minuten nach Erklimmen der Kaimauer kam ein Behörden-Range-Rover über den großen freien Platz gebraust und hielt bei uns an. Vier Beamte, darunter eine bildhübsche Oberleutnant'in, stiegen aus und begrüßten uns per Handschlag - höflich, korrekt, aber auch etwas distanziert. Nach unserer "Abfertigung" flirtete die uniformierte Schönheit, die angeblich nur ein wenig Englisch verstand, im besten Deutsch: "Ich wünsche ihnen viel Spaß in unserer schönen Stadt". Sagte es, stieg mit einem nicht beschreibbaren Lächeln in ihren Rover ein und entschwand. Wir waren alle baff und verlegten zum schräg gegenüberliegenden Yachthafen. Die Leitstelle hatte uns bereits angemeldet. Der Hafenmeister begrüßte uns und wies uns ein.

Der "Bernsteinstrand"Der Törn war gebucht
Der "öffentliche Teil" des Yachthafens Klaipeda mit Heckdalben. Tiefe und Durchfahrtbreite der Dalben sindgroßzügig bemessen.

Die nach Geschlechtern getrennten Gemeinschaftsduschen waren auffallend sauber. Das Wasser war warm und es floss münzfrei. Die Toiletten waren ebenfalls ok. Nach dem Duschen gab`s dann das zweite Anlegerbier und anschließend einen Ausflug zur Ostsee - dieses Mal zu Fuß. Zwischen dem Kurischen Haff und der Ostsee liegt die - im Nordteil- ca. 800 Meter breite Neerung. Diesen Weg brachten wir in wenigen Minuten hinter uns. Wir durchquerten eine Landschaft, die mitsamt ihrer Bepflanzung an den Dünengürtel Südhollands erinnert. Nach Überwinden der letzten Düne standen wir am Strand der Ostsee. Strand, so weit das Auge reicht.

Der "Bernsteinstrand" der Kurischen Neerung an der Ostsee. Sand, so weit das Auge reicht.
Wir standen aber auch wieder mal unmittelbar vor unserer Geschichte, die uns in Form der ganz gut erhaltenen Bunkeranlage einer deutschen FlAK-Batterie eingeholt hat. Am Spülsaum des Strandes gab's Bernstein ohne Ende. Zwar findet man dort keine riesigen Brocken, aber eine ganze Hand voll bis zu erbsengroßer Rohbernsteine.

...Fortsetzung folgt

Der 2. Teil
Zurück an Bord gab' s wieder ein Bier. Dieses mal nur so - ohne Anzulegen. Danach machten wir uns auf den Weg nach Klaipeda, dem früheren Memel. Die kostenlose Fähre verbrachte uns fast unmittelbar in die Altstadt der Zentrale des Memellandes. Auf dem Weg zum Bankautomaten fanden wir zuerst den Theaterplatz. In dessen Mitte stand ein Brunnen mit einer Mittelsäule, darauf ein kleines Bronze-Mädchen. Beim näheren Hinsehen lautete die Inschrift im oberen Teil der Säule "Ännchen von Tharau, mein Fleisch und mein Blut..." Das Denkmal war zu Ehren des Dichters Si-mon Dach errichtet. Ein junges Paar, das wir dort nach dem Weg fragten, begleitete uns kurzerhand zu einer Bank. Übrigens: Offene und ehrliche Hilfsbereitschaft begeg-nete uns überall, gleichwohl, wo, wen und mit welchem Anliegen wir angesprochen haben. Der Bankautomaten spuckte auch prompt die gewünschten Litas (Währung in LIT) aus, egal mit welcher Karte er gefüttert wurde.

Auf unserem weiteren Weg, heute und am folgenden Tag, stießen wir immer wieder auf die deutsche Geschichte. So war an der Wand eines Lagerhauses am Stadthafen die Buchstabenfolge "Raiffeisen-Genossenschaft" zu lesen und ältere Memelländer "kramten" als sie merkten, dass wir Deutsche sind, ganz schnell aus irgend einer Ecke ihre alte deutsche Abstammung hervor, auf die sie dann heftigsten Wert legten. Ein Blick in die bewegte Geschichte des Memellandes, auf die ich hier aus Platzgründen nicht eingehen kann, gäbe Aufschluss über das Warum. Mit neuen Scheinen der uns bislang unbekannten Währung eroberten wir einen Tisch in einem Restaurant und genossen für "kleines Geld" köstliche westliche Speisen und süffiges Pilas. Dieses für 2 Litas pro 0,5-Glas. (etwa 25 Cent). Der Durchschnittsverdienst liegt in Litauen derzeit bei ca. 900 Litas, also bei etwa 225 Euro.

Landausflug nach Nida
Am nächsten Morgen wurde erst mal getankt. Ein Mitglied des Yachtclubs Klaipeda hat sich unaufgefordert bereit erklärt, Diesel in Kanistern herbei zu schaffen. Anschließend gingen wir zu Fuß zur Bus-Haltestelle. Geplant war ein Tagesausflug auf die Nehrung bis nach Nida (das ehemalige Nidden). Die ganzen Dörfer auf der Kurischen Nehrung, Smiltyne, Juodkrante (Schwarzort), Preila, Nida, Skruzdynas bilden heute die Samtgemeinde Neringa. Die Nehrung selbst ist ein Naturschutzpark. An der Haltestelle charterten wir ein Großraum-Taxi. Verhandelt wurde unter freundlicher Assistenz einer jungen Schülerin, die wir aus einem der Busse heraus gebeten hatten. Der komplette Tag kostete uns 100.- Euro.

Ab ging die Fahrt in Richtung Juodkrante. Die Einfahrt zum Naturschutzpark kostet 4 Euro. Besucherfahrzeuge sind ab einer bestimmten Zahl kontingentiert. Dann gilt: one in - one out . Nach einigen Kilometern Fahrt hielt unser Fahrer mitten im Wald an, stieg aus und bekundete uns zu folgen. Es ging querfeldein in den Sumpfwald. Nach ca. 50 Metern befanden wir uns am Ufer des Haffs und fanden noch mehr und noch größere Bernsteine als zuvor am Ostseestrand. Die Fahrt ging weiter, um nach eini-gen Kilometern wieder unterbrochen zu werden. Dieses Mal ging der Marsch nach Steuerbord in den Wald. Wir gelangten zu einer Aussichtsplattform inmitten einer Brutkolonie von Kormoranen und Graureihern. Den Hinweistafeln war zu entnehmen, dass dort ca. 8000 Kormoran- und Reiherpaare ihre jungen Fisherman' s Friends großzogen. Es war schon beeindruckend, inmitten einer Geräuschkulisse tausender schnatternder Vögel zu stehen. Weiter ging die Reise zu den Sanddünen bei Nida. Diese sind im Wesentlichen die Folge des Siebenjährigen Krieges (1756-1763), da die reich bewaldete Nehrung Rohstoffquelle für die Flottenbauprogramme der Kosaken war. Somit gab es fortan nur noch Sand - aber was für einen. Bis zu 60 m hohe Dünengebirge, die bereits 15 Dörfer verschlungen haben. Erst in jüngster Zeit gelingt es, den wandernden Dünen Einhalt zu gebieten, jedenfalls dort, wo sie Menschen gefährlich werden können. Nida selbst ist eine mehr als sehenswerte kleine Stadt, rundum vergleichbar mit den Hafenstädtchen an der friesischen Küste. In einem kleinen Bernsteinmuseum bekamen wir -in deutscher Sprache- die Unterschiede zwischen gelbem, rotem, blauem, grünem und andersfarbigem Bernstein erklärt. Das in der Nähe auf einer Anhöhe mit toller Fernsicht gelegene Thomas-Mann-Haus hatte bereits geschlossen. Der Tag neigte sich einem Ende zu. Wir fuhren nach Hause. Rechts und links der Straße waren noch die Restealter Soldatenstellungen und Schützengräben aus dem WK II zu sehen. Am Boot angekommen hatten wir die Gewissheit, einen Tag verbracht zu haben, den sonst kaum einer so erleben darf wie es uns vergönnt war.

Nun geht's zurück
Am nächsten Tag war in Klaipeda Wochenmarkt. Das Bild war unbeschreiblich. Ich glaube nicht, dass es irgend eine tragbare Ware gibt, die es dort nicht gegeben hätte. Etwas weiter stand ein zum Kaufhaus umfunktioniertes Mehrfamilienhaus mit einem Krämerladen, der so aussah, wie wir es aus diversen Museumsdörfern kennen. Dahinter kamen wir in eine Halle, etwa 50 Meter lang, 15 Meter breit und 10 Meter hoch. Drinnen waren in drei Reihen lange Theken angeordnet. Dahinter Frauen mit weißen Kittelschürzen und ebenso weißen Häubchen, wie in alten Ostblock-Filmen. In diesem Markt gab es nur Fleisch, Wurst und Käse in überreichlicher Auswahl. Und wie üblich: die gesamte Anlage bzw. Auslage war so sauber, dass sich ein mancher deutscher Supermarkt ein Stück hätte davon abschneiden können.

Jetzt wurde es langsam Zeit, an die Rückfahrt zu denken. Der Hafenmeister erhielt 48 Euro für die 3 Tage -all inclusive- und dann ging' s los. Auslaufen, genau um 14.38 Uhr. Der Hafenmeister hat uns den Zoll für 16.00 bestellt. Nach den üblichen Formalitäten (dieses Mal leider ohne unsere hübsche "Russin") ging' s hinaus auf die See. Kurs 220º, direkt nach Danzig. Selbstverständlich kam der Wind aus etwa 220º, wieder genau auf den Kopf. Also Maschine an und ab die Post. Die Wache für die Nacht steht, ich und Peter haben uns wieder für die Hundswache eintragen lassen. Die Überfahrt wird mit 24 Stunden bei 6 Kts. berechnet.

Es geht vorbei an einem russischen See-Schießplatz vor Kaliningrad, auf dem auch heftig geballert wird. Die Nacht ist nicht sehr kalt und relativ hell. Die seetypische Sternennacht blieb uns bislang verwehrt, doch steht uns wieder ein grandioser Sonnenaufgang, nach einem ebensolchen Untergang bevor. Bei Annäherung an die Verkehrstrennungsgebiete vor der Danziger Bucht wird der Verkehr dichter. Wir passieren am Anfang der östlichen Zone und laufen außerhalb und ungestört unser Ziel an. Kurz nach 9 am nächsten Morgen befanden wir uns ca. 4 sm vor den Danziger Molenköp-fen. Der Zoll wurde über Funk gerufen, kam und bestieg das Boot. Die Crew-Listen waren uns ausgegangen. Kein Problem für die polnischen Zöllner. Einer der Beamten fertigte eine solche ohne viel Federlesens per Hand an, einschließlich einem Durch-schlag für uns mit Stempel und Unterschrift. Wir übergaben auch etwas mit Stempel und Unterschrift - zwei Flaschen roten Bordeaux. Die Anfahrt zum Stadthafen dauerte ziemlich lang. Am Anfang der Passage lag an Backbord die Westerplatte. Dort begann am 1. September 1939 um 04.47 Uhr der zweite Weltkrieg, als das zu Besuch festlie-gende deutsche Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf ein polnisches Muni-tionsdepot eröffnete. Die 182 Mann starke Garnison wehrte sich 6 Tage lang gegen die erdrückende deutsche Übermacht. An dieser Stelle steht heute ein bemerkenswertes Denkmal. Es überkam uns alle schon ein seltsames Gefühl, als es hieß "Fertig zum Gruß - Achtung".

Eine Stunde später liefen wir in den Stadthafen von Danzig ein, genau gegenüber dem Krantor. Eine moderne Anlage in unmittelbarer Nähe der Altstadt. Der Gegen-über den Schwimmstegen waren die Sanitär-Container aufgestellt, deren Benutzung für eine Handvoll Sloti zu haben war. Die Stadt selbst ist schlichtweg traumhaft, insbesondere die Marienkirche..

In einer Seitenstraße fanden wir denn prompt auch eine kleine Kneipe, die uns bis gegen 22.00 festhielt. Halt !! Ein Highlight gab' s noch als Zugabe: Der ältere Herr, hinter dem einige intellektuell und etwas verklärt um sich guckende Gestalten in gebührendem Abstand herliefen, war tatsächlich Günter Grass.

Auslaufen noch vor dem Aufwachen
Am nächsten Mittag liefen wir in Richtung Hel (Hela) aus. Die Überfahrt dauerte etwa 2 1/2 Stunden. Es konnte gesegelt werden. Nach 4 Schlägen standen wir vor der Einfahrt des relativ großen, aber nicht besonders sehenswerten Fischer-Hafens. Irgendwoher tauchte ein junger Soldat mit Fahrrad auf, der sich nach unserem Status erkundigte. Als er erfahren hatte, dass wir bereits in Danzig einklariert hatten und noch weiterhin in Polen verbleiben wollten, machte er einen überglücklichen Eindruck, wünschte uns einen schönen Abend, luvte hart an und entschwand zwischen den Hütten. Der Spaziergang zeigte ein sehr aufgeräumtes und überaus sympatisches kleines Fischerdörfchen mit eigenem Museum und einer Art Mini-Zoo mit Seehund und Futterautomat. Das beste aber: einige Fischlokale mit Superangeboten bei ebensolchen Preisen. Das Pivo, wie hier das Bier genannt wird, schmeckte ebenso gut wie in Litauen.

Zurück an Bord eröffnete uns der Skip, dass er morgen nach Leba (Leba) laufen wolle. Aufgrund der weiten Reise soll die Abfahrt gegen 04.00 erfolgen. Nach dieser Hiobsbotschaft wurden Pauls leckere Fleischbällchen mit Bratkartoffeln und Kohlrabi nur noch wenig mit Flüssigkeit getränkt, bevor zur Nachruhe geblasen wurde.

Tatsächlich springt der verrückte Gockel von Skip um kurz vor 4 im Salon rum und macht die Hühner verrückt. Ich bleib' im Bett. Paul steht auf. Es schaukelt ziemlich. Nach wenigen Minuten das Gerassel der Schotwinschen. Schiete. Hoffentlich kommt der Wind von Backbord, denn ich bin müde. Zur Erklärung: Meine Koje ist die in Recht-Vorausrichtung an Steuerbord in der Backbord-Achterkammer gelegene. Kapiert? Egal, die Windrichtung stimmte. Später blieb der Wind weg. Wir holten das flatternde Tuch ein und starteten den Motor. Jetzt stampfte der Pott mit 7 Knoten durch die See. Später kräuselte sich dieselbe etwas, wir gaben das vordere Tuch dazu und fuhren mit 8 Kts. weiter. Gegen 11.30 war der Wind wieder in vertretbarer Stärke da, d.h. hoch mit dem Groß und Motor aus. 5 Knoten war die Ausbeute - ganz gut für unsere gallische Kleinmühle. Am frühen Nachmittag laufen wir in den Hafen von Leba ein, tanken bei den Fischern und machen anschließend beim Zoll fest. Ihr wißt schon: wer, wieviele, woher... usw. Danach fuhren wir in den Fischerhafen und reparierten erst mal das Roll-Groß, das sich im oberen Teil verdreht hatte und nicht mehr im Mast verschwinden wollte. Nach 2 Stunden war die Sache wieder ok. Gegen Mitternacht kamen wir von unserem Stadtbummel zurück. Der Hafenmeister erwartete uns bereits und verlangte die Verlegung in den Yachthafen. Parken bei den Fischern sei verboten. Ok, 5 Minuten später war der Kahn verlegt.

Am nächsten Morgen duschen für 2 Sloti und ab in die kleine Stadt. Dort wurde festgestellt, dass das erste Pivo bereits um 11.00 schmeckte. Allerdings war der Preis gegenüber Danzig -und erst recht gegenüber Litauen- schon etwas gestiegen. Es war geplant, nach Darlowo (Rügenwalde) auszulaufen. Gegen 13.30 versuchen wir' s. Wir segeln an der Küste entlang. So weit wir schauen können, sind nur Sandstrände zu sehen; eigentlich gibt es sie seit Litauen, hier und da durch eine Hafeneinfahrt unterbrochen, meist unerschlossen - aber immerhin: Sandstrände. In Höhe von Rügenwal-de entscheiden wir uns dafür, weiter zu segeln, da der Wind günstig weht. Neues Ziel ist Kolbrzeg (Kolberg). Errechnete Ankunftszeit: 04.20 Uhr. Das Boot rauscht mit aus-gebaumtem Butterfly dahin - bis zu 7 Kts. Am frühen Morgen wurde nach dem üblichen Einklarieren in der Marina angelegt. Für Polen unüblich mit dem Bug an der Kaimauer und dem Heck an einer Mooring-Boje. Aus rein seglerischer Sicht war dies bislang der schönste Tag der Reise.

Euroland läßt grüßen
Die Duschmünzen kosteten hier bereits 5 Sloti. Man merkte die zunehmende Nähe zum Euroland. Nach dem Frühstück ging´s in die Stadt. Von der ehemaligen Altstadt war nur noch ein etwa 200 Meter langes, mühsam aber liebevoll wieder aufgepäppeltes Stückchen erhalten. Die Stadt, so erklärte uns der Skip, wurde von den Nazis zur "Festung" erklärt. Die Ami-Bomber hatten daher im März 1945 "ganze Arbeit" geleis-tet.

Um 13.00 liefen wir in Richtung Dziwnów (Dievenow) aus. Ankunft gegen 20.00 Uhr. Bereits beim Einklarieren haben wir das Ausklarieren für 04.00 bestellt. In Polen kein Problem! Der Hafenmeister im Fischerhafen (die Marina ist hier wegen der Lage nicht zu empfehlen) winkt uns ins Päckchen zu einer edlen Hallberg Rassy 352.

Der Besuch in dem kleinen Städtchen war -obwohl es nicht geregnet hat- sehr feucht. Morgen sollte es zur vorletzten Etappe nach Rügen zurück gehen. Der Hafen stand noch nicht fest. In Frage kamen Stralsund, Sassnitz sowie Lohme (dieser Hafen wird den Knittel-Skippern noch in den Knochen stecken).

Der Wind war ab dem Zeitpunkt des Auslaufens mal mehr mal weniger gegen uns; meist mehr. Zunächst wollten wir genau auf die Mitte nach Sassnitz, dann, als der Wind zurückdrehte nach Lohme, dann stand er uns ins Gesicht, so dass es nicht mal mehr nach Sassnitz reichte und schließlich war er ganz weg. So entschieden wir uns kurzerhand, die Segel zu streichen und unter Motor nach Stralsund zu fahren. Die Berechnung ergab, dass wir bei 5,5 Kts. Fahrt noch 2 ½ Stunden bräuchten um genau mit der Öffnung der Ziegelgrabenbrücke um 17.20 Uhr durchzukommen. Wir fuhren sicherheitshalber mit 6 Kts. So konnten wir das zufällig in der Nähe kreuzende BGS-Schiff "Uckermark" anfunken, um einzuklarieren. Die Beamten kamen längsseits, machten fest und die Pässe wechselten den Boden unter sich.

Pünktlich mit der Brückenöffnung kommen wir an, fahren durch und machen backbords am Stadthafen fest. Es gibt gemeinsames Essen im Klabautermann.

Am nächsten Morgen um 06.30 stehen Peter, der Skip und ich auf und legen ab. Die gestern Nachmittag angedrohte Gewitterfront hat uns wohl am Abend nur gestreift und ist in der Nacht durchgezogen. Es herrscht ruhiges Rückseitenwetter, allerdings deutlich kälter als gestern. Es geht den, zeitweilig äußerst schmalen, Tonnenstrich entlang, ab 09.00 hissen Rüdiger und der Skipp die Lappen. Gegen 10.30 sind wir dann dort, wo es vor nicht ganz 2 Wochen losgegangen ist - im Hafen von Breege. Klar, die Tankzeit ist gerade um 15 Minuten vorüber - wie immer. Der Skip läßt seine alten Connections spielen mit der Folge, dass wir wenig später unseren Diesel bekommen.

Ja: So einen Törn noch einmal
Peter und ich haben inzwischen die Autos geholt. In unserer Abwesenheit hatte die Gemeinde Breege Parkverbotsschilder aufgestellt mit der Folge, dass wir alle einen Strafzettel an der Scheibe vorfanden. Den entsprechenden Widersprüchen wurde allerdings abgeholfen. Die Ossis sind halt unschlagbar, wenn' s ums Abzocken geht!

Nach dem Tanken wurde das Boot in die Box verholt. Nach dessen Reinigung machte sich die Crew nach und nach vom Acker.

Fazit: Es war der schönste Törn den ich je erlebt habe, insbesondere deshalb, weil es eine Reise war, die zurück in die Geschichte führte. Eine Geschichte, die ich nur aus Erzählungen meines Vaters und aus Büchern kenne, die während der Reise aber allgegenwärtig war. Seglerisch bekamen wir eher weniger geboten, denn meist stand uns der Wind genau auf den Kopf. Dafür waren die nautischen Anforderungen anspruchsvoll. Die Harmonie der Crew war insgesamt positiv. Ich kam wohlbehalten aber glücklich und mit der Gewissheit, diesen oder einen ähnlichen Törn nochmals zu fahren, gegen halb neun abends zu Hause an. Ausladen, unter die Dusche, banken und bunken und ab in die Koje.

- Ende -

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