24h Zeilrace mit der "Filou" 2010
Sonne

Regatta fahren - ICH???? Naja, geringe Segelerfahrung, weiblich, nur 60 kg und keine Kraft sind wohl nicht die geeigneten Voraussetzungen für eine Regatta. Aber man(n) hat mich intensiv überredet und damit mache auch ich mich am Donnerstag Abend mit auf den Weg nach Workum. Kurz noch Fred und Dirk einsammeln - das ist die Düsseldorfer Ecke, Volker und Michael sind schon unterwegs, Thomas kann leider erst am Freitag kommen. Und dann los.

In Workum weist uns ein grünes Licht den Weg zu dem Boot und einem verdienten ersten Anleger. Und natürlich zu den ersten Diskussionen über Strategien, Wachverteilung etc. Was heißt zu den ersten Diskussionen? Ein paar Tage vorher gab es schon ein stundenlanges Telefonat zwischen Volker und Thomas, wo die ersten Ideen schon mal festgelegt wurden - Regattavorbereitung halt. Und zur Vorbereitung gehört auch noch eine gute Mütze Schlaf - zumindest in der Nacht vorher.

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Am nächsten Morgen: Regen, Regen und noch mal Regen. Aber laut der Vorhersage soll es ab Mittag besser werden: hoffen wir mal! Und das Wetter wird immer wichtiger. Für die nun folgende Diskussion um Streckenplanung, Strategie, finale Wachverteilung, Planung der ersten und folgenden Strecken...

Aber um was geht es überhaupt:
Ab dem Start um 19:00 Uhr hat man 24 Stunden Zeit und soll in dieser Zeit die größtmögliche Strecke Segeln. Um diese Strecke zu messen, muss man die ganzen Tonnen aufschreiben - bzw. nachher Barcodes für diese Tonnen in ein Formular kleben - die man rundet. Und für diese Distanz wird jeweils eine bestimmte Strecke in Seemeilen gutgeschrieben. Man kann sich die Tonnen nicht aussuchen, bestimmte Tonnen sind vorgegeben. Starten kann man bei vielen Orten, aber Ziel ist für alle Boote Medemblick. Das klappt natürlich nicht genau nach 24 Stunden - deshalb kann man auch eine Stunde früher oder später einlaufen. Wichtig auch noch: die Tonnen muss man richtig runden - Knoten darf man nicht fahren.

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Und dann hat der Wetterbericht doch Recht. Nachdem wir unsere erste Planung fertig haben hört der Regen wirklich auf und wir können anfangen das Boot fertig zu machen: unnützer Krempel wird ausgelagert, die Startnummer angebracht, die Genua aufgezogen, der Spibaum ausprobiert und alles für den Spinnaker vorbereitet etc. Unsere Mittagsruhe muss nun doch ausfallen.

Nachdem Thomas angekommen ist gibt es noch einmal eine kräftige Mahlzeit und dann machen wir uns auf den Weg zum Start nach Hindeloopen. Aber mittlerweile ist es richtige windig geworden: also kurz noch auf See die Genua gegen die Arbeitsfock austauschen und das erste Reff einlegen (ein zweites Reff haben wir im Moment nicht mehr so wirklich, wir haben die Klemme für andere Leinen gebraucht). Dann müssen wir zum Startboot: die Dreifarbenlaterne vorführen. Und nun heißt es warten auf den Start bzw. eine gute Startposition ergattern. Und unser Start ist klasse: Thomas fährt als Erster über die Startlinie und auf dem Weg zu den ersten Tonnen können uns nur Boote überholen, die deutlich größer oder richtige "Renner" sind.
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Und dann verteilt sich alles ein wenig. Jedes Boot hat sich eine andere Strategie überlegt und hat dann als nächste Tonne natürlich auch ein unterschiedliches Ziel. Wir wollen bis ca. 2:00 Uhr im Ijsselmeer bleiben und danach die Strömung der Waddensee nutzen, um ein paar mehr Meilen zu machen. Soweit so gut.

Und in den nächsten Stunden haben wir dann so gut wie alles dabei:

  • Viel Wind, erst aus der angekündigten Richtung, dann hat er gedreht und unsere geplante Route läuft etwas langsamer als vorgesehen.
  • Auf der hohen Kante sitzen - auch bei unserer Filou!
  • Diskussionen um die Route.
  • Wachwechsel und der Versuch ein paar Stunden Schlaf zu finden.
  • Die Suche nach den unbeleuchteten Tonnen, die es halt auch immer noch gibt im Ijsselmeer und die wir nicht unbedingt rammen wollen.
  • Die Schleuse in Kornwerdersand, wo wir leider warten müssen und eigentlich auch schon ein wenig zu spät sind.
  • Der Weg nach Texel, erst mit der Strömung. Dann die letzten Meter gegen den Strom, da der Wind mittlerweile fast eingeschlafen ist - die Verspätung setzt sich fort.
  • Ein traumhafter Sonnenaufgang und ein paar Fotos von Thomas, die ihm mit Sicherheit einen der ersten Plätze im Fotowettstreit einbringen.
  • Spi-Segeln, dann gar kein Wind mehr und ein Gewitter - glücklicherweise fast schon in der Schleuse - hier warten wir dann gerne (der Blitz kam doch ganz schön nahe runter!)
  • Noch mal heiße Diskussionen um die Route.
  • Erst mal wieder kein Wind und dann wieder richtig Wind.
  • Wunderbarer Sonnenschein und ein traumhaftes Segelwetter.
  • Und immer mehr Boote, die sich für letzte Strecke zum Ziel bei Medemblick sammeln: super Eindrücke und ein klasse Regattafeeling
  • Und dann das Ziel!

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Doch wer denkt, jetzt ist alles vorbei hat sich getäuscht: fast schon das Highlight ist der Einlauf in den Hafen nach Medemblick. 500 Boote, die fast zeitgleich in den Hafen wollen. Jeder wird per Durchsage begrüßt. Direkt neben uns ein Boot, dessen Besitzer auch aus Kaarst kommt - komisch den kennen wir gar nicht. Die Bilder sind echt beeindruckend. Zeit auch für uns das Stündchen zu nutzen und hier das erste "Zielbier" zu trinken, auch wenn wir noch nicht in der Box liegen. Naja Box - hier wird selbst die Boxengasse vollständig zugeparkt, um alle Boote unterzubringen. Wir erwischen einen dritten Platz im Fünferpäckchen - nicht schlecht, da können wir morgen vielleicht nicht allzu spät wieder los.

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Bevor es jetzt den richtigen "Anleger" gibt müssen wir noch schnell unsere Strecke auf das offizielle Formular mit Hilfe der Barcode-Aufkleber nachkleben. Und das Formular abgeben.

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Unsere Tour...

Und Hunger haben wir - also ziehen wir noch mal los. Überall kann man was zu Essen und Trinken kaufen. Die ganze Stadt ist auf den Beinen und eine klasse Stimmung ringsum. Am Regattahäuschen können wir auch schon unser vorläufiges Ergebnis auf den Monitoren sehen - wir waren gar nicht so schlecht. Zumindest wissen wir, wo unsere Fehler waren. Wir waren einfach oft ein wenig zu spät dran…

Aber dann macht sich bei den ganzen Seglern auch langsam Müdigkeit breit und wir sind froh, als wir dann in unsere Kojen können.

Am nächsten Morgen Frühstück, Trocknen der Segel und dann geht es auch schon früh wieder zurück nach Workum. Und das war eine gute Entscheidung: der Wind frischt immer mehr und mehr auf (6…7…die Vorhersage geht sogar auf 8) und es fängt auch schon an zu regnen. Aber wir hatten noch Glück: wir haben gerade das Boot sauber gemacht, die Sachen ins Auto gebracht und die Kuchenbude aufgebaut als es dann richtig losgeht. Aber wir müssen schon eine Regenpause nutzen um uns wieder auf zu den Autos und nach Hause zu machen.

Fazit: ein klasse Wochenende! Vielleicht auch gerade weil ich ein noch recht unerfahrenen Segler bin. Ich habe viel gelernt. Und noch viel mehr interessante Eindrücke mitgenommen. Vielleicht findet sich im nächsten Jahr auch wieder eine Crew für das 24h Zeilrace - ich kann es nur empfehlen. Und die Erfahrung weitergeben: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Die Crew
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Volker Dirk Michael Petra
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Fred Thomas
 
Impressionen der Regatta
Für die Großansicht kann man einige der Bilder anklicken.
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Bericht von .

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